Israel-Austausch

Austausch in der Oberstufe (Kl. 10/K1 /K2)

Der Austausch findet mit unserer Partnerschule Har V’Gai in Dafna / Nordgaliläa statt und erstreckt sich über zwei Jahre. Im ersten Jahr findet jeweils der Hinbesuch statt, im zweiten Jahr der Rückbesuch.

Grundlage ist die seit Jahren bestehende Partnerschaft zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und dem Bezirk Obergaliläa. Alt-Bürgermeister Albrecht  Sellner vermittelte den Kontakt und der Austausch nahm mit unserem Besuch der Schule in Dafna im Januar 1997 seinen Anfang.

„Meine Großmutter wollte unbedingt, dass ich nach Deutschland fahre.“ Fast beiläufig kommen dieser Satz und die nachfolgende Geschichte Hadass über die Lippen. Ihre Großmutter ist Holocaust­­überlebende und bringt es nicht über sich, selbst nach Deutschland zu reisen. Aber ihrer Enkelin wünscht sie, dass diese das Deutschland unserer Tage kennenlernt und mit jungen Deutschen Freundschaften schließt.

 

 

Szenenwechsel: Unseren israelischen Kollegen ist es todpeinlich, was wir gerade erleben: Seit Stunden be­fin­den wir uns in the middle of nowhere auf einem staubigen Hügel auf den Golan­­höhen. Der gesamte Abschluss­jahrgang unserer israe­lischen Partnerschule nimmt an diesem Tag an einer Militärshow teil, in deren Rahmen die jungen Israelis die Waffen­gattun­gen kennenlernen, für die sie sich einige Monate später bewerben können. Mangels Programmalterna­ti­ven sind wir mit dabei. Ein bisschen verstörend ist das Ganze schon für unsere deutschen Schüler. Aber was für uns ziemlich bizarr erscheint, ist für unsere israelischen Freunde, deren Staat seit seiner Gründung mit dem Rücken zur Wand steht, ganz selbstverständliche Realität.

Zwei Schlaglichter auf Situationen, wie sie auch während des Israelaus­tauschs nicht ständig vor­kommen und diesen doch prägen: Da sind die Schüler zehn Tage lang beieinander, hören über dieselben Ohr­stöpsel dieselbe Musik und werden durch solche Erlebnisse plötzlich darauf gestoßen, dass sie unter der Ober­fläche einer nahezu identischen Alltagskultur in mancher Hinsicht ziemlich ver­schieden geprägt sind.

Was Israelaustausch bedeu­tet, lässt sich am besten in der paradoxen Formulie­rung beschreiben: Immer wieder entdecken wir, wie wenig selbstverständlich es ist, dass unsere Freund­schaften so selbstverständ­lich sind.

Verantwortliche Lehrer: Ulrike Kemner, Eberhard Kleinmann

Neuigkeiten zum Israel-Austausch

„Jerusalema – my place is not here“

Eigentlich wären wir jetzt, in diesen Tagen, auf Schüleraustausch in Israel. Eigentlich würden wir jetzt zehn Tage bei den Menschen verbringen, die uns vor einem Jahr bei deren Besuch in Gerlingen zu Freunden geworden sind....