2020 / Rückblick auf ein merk-würdiges Jahr

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern mit ihren Familien, allen Eltern und allen, die dem RBG verbunden sind, von Herzen ein anderes, aber trotzdem frohes, gesegnetes Weihnachtsfest mit Zeit, um Ruhe und Kraft zu tanken, und einen guten Start in das Jahr 2021.

Jahresrückblick 2020

Ein außergewöhnliches Jahr geht zu Ende – mit so viel Neuem, dass man an manches, was im März oder auch im Sommer war, schon fast nicht mehr denkt. Wir schauen zurück auf die letzten 12 Monate: Was war? Was bleibt? Klicken Sie sich durch!

Musikalischer Weihnachtsgruß vom Orchester

Und hören Sie dabei einen Weihnachtsgruß des Orchesters, von Tatjana Vilz-Beck in der letzten Probe vor den Ferien im Atrium aufgenommen:

Ziemlich viel Theater

Wir hatten im Januar das „Wortkino“ mit dem Programm „Hebelwirkung“ zu Gast.

Ende Januar führte dann der Kurs Literatur und Theater von Frau Hellriegel vor geladenen Gästen sein Stück „Horsts Leichenschmaus“ auf.

Was keiner wusste: das sollte die bis auf Weiteres letzte Veranstaltung dieser Art an der Schule bleiben…

Bauarbeiten

Im Februar ging ein „normales“ 1. Halbjahr zu Ende. Zum zweiten Halbjahr setzten im Büchereihof die umfangreichen Bauarbeiten zur Neugestaltung ein. Hochwertige Spielgeräte rund um das Thema „Lesen“ sowie eine Bücherwurm-Skulptur wurden in den kommenden Monaten errichtet. Im Kunstunterricht war die Gestaltung von Schülern mit vorbereitet worden.

Neue Schulhomepage

Anfang März wurde die neue Schulhomepage vorgestellt, die seither zum „digitalen Portal“ der Schule ausgebaut wurde. Albert Pfänder, der „Homepage-Pionier“ der Schule, gab damit nach 20 Jahren die Verantwortung in jüngere Hände.

Corona geht los

Parallel dazu kam mit Ende der Faschingsferien Anfang März erste Regelungen zum Umgang mit dem neuartigen „Corona-Virus“ in die Schulen. Täglich informierten wir über aktuelle Quarantäneregelungen für Reiserückkehrer aus den Skiferien in Südtirol oder Frankreich und verlinkten auf die Info-Seite des Kultusministeriums. Unser „Corona-Blog“ wurde mit zigtausend Klicks zum Homepage-Renner.

Was damals noch niemand ahnte: Corona würde für den Rest des Jahres (auch) die Schulwelt auf den Kopf stellen. 

Schulschließung

Ab dem 18. März wurden dann alle Schulen geschlossen – das hatte es noch nie zuvor gegeben. Es begann eine Phase des Heimunterrichts, der zuvor in den zwei letzten Schultagen mehr oder weniger hektisch vorbereitet werden musste. Erste Schritte im digitalen Unterricht wurden unternommen. Und es gab auch richtig originelle Projekte, wie in Kunst.

Damals dachten alle, diese Phase ginge drei Wochen und wäre nach den Osterferien im April wieder vorbei…

Leere Schule

Das war ein Irrtum: die Schulen blieben viel länger zu. Im April fand kein Präsenzunterricht statt. Das Bild unten wurde zum Symbol und „zierte“ viele Artikel im Laufe des Jahres.

Bald war auch klar: Alle Schüler werden „automatisch“ versetzt in die nächste Klasse, Arbeiten gibt es keine mehr. Für die Arbeitsmotivation im Heimunterricht war dies nicht bei jedem vorteilhaft…

Für alle an der Schule war diese Phase  eine große Herausforderung und nicht alles lief in den ersten Wochen glatt.

Abitur verschoben

Schon bald mussten Veranstaltungen verschoben und dann abgesagt werden (Theater, Konzerte,Prüfungen) und sogar das Abitur wurde um mehr als einen Monat nach hinten verlegt in den Mai, die Abiturzeugnisse gab es dann Ende Juli.

„Schule dicht? Werde Dichter! – Corona-Gedichte des RBG in der Presse

Eine witzige Abwechslung war die von Eberhard Kleinmann ins Leben gerufene Aktion „Schule dicht? Werde Dichter!“ mit Corona-Gedichten von Schülern, Eltern und Lehrern. Auch die Stuttgarter Nachrichten fanden das klasse (Artikel vom 22.04.).

Hinter den Kulissen… entsteht die digitale Schule

Parallel wurde hinter den Kulissen fieberhaft an der digitalen Infrastruktur des RBG mit dem Ziel einer neuen und stabileren Umgebung für digitales Lernen gearbeitet. Innerhalb weniger Wochen baute Simon Schwarz das bestehende Schulmoodle zu einem leistungsfähigen System für alle Klassen aus. Markus Ciapura und Albert Pfänder setzten einen eigenen Mailserver (Kopano) und eine Schulcloud (Nextcloud) auf. Dies bildet den Grundpfeiler für die weitere Digitalisierung der Schule und geht auf die Zeit im Frühjahr zurück. Auch wenn es zunächst (und immer wieder) Kinderkrankheiten gab, die auch für Frust sorgten, gehören diese Portale heute zum gewohnten Arbeitsalltag. Arbeitssitzungen zur Erstellung eines Medienentwicklungsplanes, um die Mittel vom Bund abrufen zu können und blieben ein großes Thema in den kommenden Monaten.

Kursstufe zurück in der Schule

Die Kursstufe kehrte Anfang Mai nach sechs Wochen als erste wieder zurück in den regulären Unterricht, zunächst nur in den Kernfächern bzw. Fächern der schriftl. Abiturprüfung. Doch der Unterricht hatte sich verändert: Unterrichtet wurde in Räumen, in denen Einzeltische mit einem Mindestabstand von 1,5m standen, Händewaschen und Ausgabe von Arbeitsmaterial war  streng geregelt. Partner- und Gruppenarbeiten unmöglich.

Abitur wurde dann ab Ende Mai geschrieben. Das Korrekturverfahren wurde deutlich gestrafft und vereinfacht (alle drei Korrekturstufen an einer Schule, aber anonymisiert). Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Große Herausforderungen für die Schulleitung

Schulleiter Eberhard Blanz bzw. Stellvertreterin Silke Scholz waren während der Phase der Schulschließung abwechselnd ebenso an der Schule anwesend wie die Sekretärin Heike Schaible. Sie hielten die Kommunikation mit Lehrern, Eltern und Schülern aufrecht. Für alle an der Schulleitung und Schulverwaltung Beteiligten, besonders aber die Schulleitung, war dieses Jahr aufgrund immer wieder wechselnder, zum Teil sehr kurzfristig umzusetzender Vorgaben und vieler kniffliger organisatorischer Aufgaben unwahrscheinlich arbeitsreich.

Unterricht für alle Klassen im Wechsel

Endlich! Nach den Pfingstferien kehrten dann alle Schüler wieder zurück ins Schulgebäude. Sie betraten ein Schulgebäude, in dem Markierungen und Absperrbänder ein Einbahnstraßensystem vorgaben. Hygieneregeln, Abstandsgebot und Wegekonzept waren dabei die neuen Schlagworte, ebenso wie „Präsenz“,„Homeschooling“ und „moodeln“.

Kaum ein Schüler hätte wohl zuvor gedacht, dass man sich einmal so sehr über den Schulbesuch freuen würde. Endlich wieder die Klasse sehen, die Freunde, die Lehrer, „echten“ Unterricht…

Zumindest ein bißchen: Denn die Klassen wurden in A-B-Gruppen eingeteilt und im wechselnden System sowie rollierend unterrichtet. So konnte jedes Fach (nicht nur die Hauptfächer) unterrichtet werden. Insgesamt hatte jeder Schüler bis zu den Sommerferien 10 Präsenztage an der Schule. Die restliche Zeit wurde mit vorher aufgegebenen und hinterher besprochenen Aufgaben im Heimunterricht verbracht. Das System verlangte allen Beteiligten Aufmerksamkeit und Mitdenken ab – funktionierte aber erstaunlich gut. Täglich wurde informiert, welche Klassen und welche Gruppen darin jeweils am nächsten Tag Präsenzunterricht hatten.

Pausenhof „Büchereihof“ eingeweiht

Im Juli weihte der neue Gerlinger Bürgermeister Dirk Östringer den Büchereihof ein – die Unterstufenschüler nutzen ihn seither ganz begeistert.

Feierliche Abiturzeugnisverleihung

Kurz vor den Sommerferien fand in der Stadthalle die feierliche Verleihung der Abiturzeugnisse statt. Auch wenn die Anzahl der Gäste etwas reduziert werden musste, war es ein festlicher und würdiger Abschluss für einen Jahrgang, der zudem wirklich gute Leistungen erzielte.

Abschiede – Albert Pfänder geht

Zum Ende des Schuljahres wurden einige Kolleginnen und Kollegen verabschiedet – darunter auch RBG-Urgestein und langjähriger Abteilungsleiter Albert Pfänder, der pensioniert wurde.

Die Reli-Fachschaft war wieder kreativ und es gab statt des Abschlussgottesdienstes zum Schuljahresende „Segenssprüche von der Leine“ auf 200m Leine im Atrium augespannt. Auch davon berichtete die Presse.

Unbeschwerte Sommerferien! 🙂
Alles normal?

Ins neue Schuljahr ging es dann mit versetzten Unterrichtszeiten, festen
Pausenhofbereichen, einem Fernlernkonzept – und Schulfahnen vor dem Haupteingang. Insgesamt schien sich Schulleben wieder fast normal zu verlaufen.

FAST.
Denn schnell war klar: es entfallen Schullandheime, Konzerte, Aufführungen, Schüleraustausche, viele Arbeitsgemeinschaften, Exkursionen…
also all das, was eigentlich zwingend zum Schulleben dazugehört.

 

Schöne neue digitale Welt

Geradezu routiniert wurden im Laufe der Wochen nun Elternabende, Fach- und Lehrerkonferenzen online per Videoschalte abgehalten. Auch die Schülersprecherwahl lief teilweise digital ab. Für alle Fälle wurde ein Fernlernkonzept erstellt. Einzelne Schüler in Quarantäne schalteten sich ganz selbstverständlich online in die Klassenzimmer zu. Ende Oktober kam die Maskenpflicht im Unterricht, was ebenfalls recht problemlos klappte.

Bis Ende Oktober fanden auch einige kleinere Exkursionen statt, so besichtigten die NwT-ler die S-21-Baustelle.

Digitaler Elternbeirat

Viele Gremien und Konferenzen im Schulleben wanderten ins Digitale – so auch der Elternbeirat, der digital tagte und neue Elternvertreter wählte. Gerade in der für Familien belastenden Situation in diesem Jahr ist die Zusammenarbeit Schule – Elternhaus besonders wichtig.

Unser ganz großes Dankeschön gilt daher dem Verständnis der Eltern, die an vielen Stellen enorm gefordert waren (Heimunterricht). Die Schulgemeinschaft am RBG lebt, das hat dieses Jahr auch gezeigt.

Tablets im Unterricht – nächste Schritte der Digitalisierung

Im November fanden Workshops zum Thema: „Wie können digitale Geräte pädagogisch sinnvoll genutzt werden?“ statt, mit der Perspektive, Unterricht flächendeckend zu digitalisieren, wenn die Mittel dazu verfügbar sind.

 

Digitaler Adventskalender statt Basar

Abgesagt wurde natürlich auch der Karakara-Basar. Ein digitaler Adventskalender mit Beiträgen aller Klassen „ersetzte“ den Karakara-Basar. So ließ unser Sozialprojekt trotzdem eine Art Gemeinschaftsgefühl entstehen.

Die Weihnachtsferien beginnen früher! Wieder schließen die Schulen

Worüber wir als Schule froh sind: auch als ringsum die Fallzahlen stiegen und an Nachbarschulen ganze Klassen in Quarantäne gingen, blieb es am RBG erstaunlich lange ruhig, Coronafälle gab es nur sehr vereinzelt und ohne Krankheitsverläufe.  Nach wochenlanger Unklarheit, wie es weitergehen werde, kam am 13.12. der Paukenschlag der zweiten Schulschließung und vorgezogener Weihnachtsferien für die Klassen 5-10 ab Mittwoch, 16.12. Die Kursstufe wurde immerhin weiter digital unterrichtet und hier bewährte sich, was seither aufgebaut worden war. Auch einige iPads konnten an Schüler verliehen werden, damit sie über Edngeräte verfügen, um am Unterricht teilzunehmen. Das Jahr endet so, wie es lief: Merk-würdig. Um den Weihnachtsbaum im Atrium blieb es still, Adventskonzert, Gottesdienst, Weihnachtsfeiern fielen aus.
Was das neue Jahr bringen wird? Ungewiss.