Letzter Schultag: Abschiede

„Segenssprüche von der Leine“ – Verabschiedung von Kollegen – Albert Pfänder geht in den Ruhestand

Zum Abschied von einem merkwürdigen Schuljahr bekamen die rund 600 Schülerinnen und Schüler „Segenssprüche von der Leine“ – anstatt des traditionellen Schulgottesdienstes, der nicht durchgeführt werden konnte. Schulseelsorger und Religionslehrer Eberhard Kleinmann hatte gemeinsam mit seinen Kollegen Jenny Loch und Jörg Weber die Segenssprüche von den Religionsklassen formulieren lassen und auf insgesamt 200 Meter Leine im Atrium (Bild rechts) aufgehängt. Nach der Zeugnisausgabe konnten sich die Kinder so auf dem Weg in die Sommerferien einen Segenswunsch mitnehmen.

Die Musikfachschaft führte ein Stück auf, bei dem die scheidenden Kolleginnen und Kollegen mit einem fachtypischen Instrument eine klangvolle Rolle spielten.

Auch für das Kollegium bedeutet der letzte Schultag Abschiednehmen: mehrere Kolleginnen und Kollegen verlassen die Schule. Schulleiter Eberhard Blanz würdigte den Einsatz und die guten Prüfungsergebnisse der Referendarinnen Frau Bernauer und Frau Konrad (Frau Werner wird am RBG bleiben und im kommenden Schuljahr als voll ausgebildete Lehrerin unterrichten).
Frau Wolf, die ein Jahr Mathematik unterrichtete, wechselt die Schule und geht nach Marbach, wo sie auch ihr Zweitfach Russisch unterrichten kann.

Frau Ebert verlässt nach neun Jahren das RBG. Sie unterrichtete katholische Religion, Biologie und den Wahlkurs Psychologie, zudem organisierte sie in den ersten Jahren den Vesoul-Austausch mit. In ihrer lebendigen und persönlichen Art bleibt sie vielen Schülern in besonderer Erinnerung.

Pfarrer Jochen Helsen, der seit 2006 an der evangelischen Peterskirche eine Pfarrstelle innehatte, „nebenher“ einige Stunden Religion gab und eine wichtige Schnittstelle zur Kirchgemeinde darstellte, wird im Rahmen eines beruflichen Wechsels künftig nicht mehr am RBG unterrichten.

Frau Schnieder wechselt ebenfalls Stelle und Schule. Sie war am RBG schon Referendarin (seit 2004) und unterrichtete Französisch und Sport weiblich. Mit ihrer Warmherzigkeit, ihrer Anteilnahme auch jenseits des Fachlichen und ihrem hohen Einsatz nahm sie Kollegen und Schüler für sich ein. Sie engagierte sich neben dem Unterricht im Karakara-Team, war Verbindungslehrerin und für den Budapest-Austausch und später den Paris-Austausch mit verantwortlich. Dass der Abschied ihr und der Schule sehr schwerfällt, wurde in den Redebeiträgen deutlich.

Mit Albert Pfänder geht zum 31. Juli 2020 nicht nur ein Mitglied der Erweiterten Schulleitung und der Abteilungsleiter Naturwissenschaften in den wohlverdienten Ruhestand, sondern auch ein Stück „‚Gymnasium Gerlingen“. Seit 1987, 33 Jahre lang, unterrichtete Albert Pfänder Physik und Chemie. Das ist in seinem Fall nicht nur rechnerisch weit mehr als ein halbes Lehrerleben: Albert Pfänder war für Generationen von Schülern eine Instanz, das Hirn der Schule, der Herr der Technik, das Herz des Betriebs. Ohne ihn ging fast nichts. Er war Physiker mit Leib und Seele, konnte Schüler für das Fach begeistern und prägte dadurch auch Berufswünsche. In den 2000er Jahren entwickelte er zudem maßgeblich das Fach NwT an unserer Schule mit.
Albert Pfänder hat das Schulnetzwerk aufgebaut, organisierte und betreute es in zahllosen (Über-)Stunden ebenso wie die Multimediaausstattung, war Mit-Initiator und Triebfeder des Kolumbien- (heute: Karakara-)Basars, Oberstufenberater, ab 2006 als Studiendirektor Leiter der Naturwissenschaften. Als Mitglied der Erweiterten Schulleitung prägte und formte er wesentliche schulische Prozesse und war in Verfahrens- und Verwaltungsfragen kompetent wie kein zweiter.
1999 erstellte er in Pionierarbeit die Homepage der Schule, die er 20 Jahre betreute und mit Inhalt, darunter tausende Fotos, bestückte. So wurde er im Laufe der Jahre auch zu einer Art „lebendem Archiv“ der Schule.
Schließlich war er während des großen Umbaus der Schule auch Baubeauftragter.

Nebenher brachte er seine vielfältigen Interessen, seine Tatkraft und seine Neugier in vielen AGs („Elektronik“), Projekten („Physik und Kunst“) und Initiativen ein. So entwarf er gemeinsam mit der Kunstlehrerin Moni Neumann das frühere Schullogo, er initiierte das InfoTerNa als Kommunikationsmedium Schule-Eltern, das es bis heute gibt, leitete Seminarkurse, führte die NwT-Fahrt ein, förderte die Theater-AG. Wie kein anderer lebte er Gemeinsinn und freundlichen Umgang vor und verkörperte einen „Schulgeist“ lange bevor es ein Leitbild gab. Immer blickte er über den Tellerrand der eigenen Fächer hinaus, das Zusammenhalten der Schulgemeinschaft auch über den eigentlichen Unterricht hinaus war ihm ein großes Anliegen. Im alten Schulgebäude vor dem Umbau gab es die legendäre inoffizielle „Albert-Pfänder-Säule“, die natürlich eine tragende Rolle hatte, genauso legendär ist seine Vorliebe für eine gewisse Süßigkeit…

Eberhard Blanz überreichte eine Dankesurkunde des Landes und würdigte die Verdienste: „Ohne Albert Pfänder wäre unsere Schule eine andere.“ Eine Videocollage mit sehr kreativen und persönlichen Grüßen wurde ihm vom Kollegium als „Limited Edition“ geschenkt. Albert Pfänder selbst blickte in seiner sehr persönlichen Ansprache zurück auf seine erfüllte Zeit am RBG, betonte, dass er sich trotz aller inneren Verbundenheit zunehmend als „lebendes Fossil“ empfinde und blickte auch auf die Zeit nach seiner Pensionierung voraus, die natürlich kein „Ruhe“-„Stand“ sein wird. Wir wünschen ihm dafür beste Gesundheit und viel Freude und Erfüllung.

Allen Schülern, Eltern und Lehrern wünschen wir schöne und erholsame Sommerferien und den scheidenden Kollegen einen guten Start am neuen Arbeitsplatz ab September.