Zwischen Handyverbot und KI-Hype: Die Digitalisierung bietet besonders beim Thema Bildung reichlich Stoff für Diskussionen. Die Schulen befinden sich dabei in einer Zerreissprobe zwischen dem Kampf gegen digitale Ablenkung einerseits sowie zeitgemäßem Unterricht andererseits. Unser Anliegen am RBG ist es, die digitalen Potentiale für die Schule zu nutzen und dafür zu sorgen, dass die Schülerinnen und Schüler sich in der digitalisierten Welt selbstbestimmt zurechtfinden können und gut für die Zukunft gerüstet sind. Dabei ist uns Ausgewogenheit wichtig. Digitalisierung soll nicht einfach heißen: (noch) mehr Zeit vor dem Bildschirm.
Hier finden Sie die aktuelle Situation – Bausteine der digitalen Bildung am RBG:
Schüler-iPads und Laptops
- Am RBG gibt es zwei Computerräume, zwei Laptopwagen und mehrere iPad-Koffer mit rund 80 Geräten, die über ein Ausleihesystem eingesetzt werden können.
- Seit einigen Jahren bekommt jede Lehrkraft ein Dienst-iPad gestellt. Damit projizieren sie über die Beamer und AppleTV, mit denen jeder Klassenraum ausgestattet ist, Unterricht digital und setzen lernförderliche Impulse im Unterrichtsgeschehen.
- Während bei der Internetrecherche, der digitalen Textbearbeitung, dem Anfertigen von digitalen Produkten, Mindmaps und Audio- und Filmprodukten eher mit den iPads gearbeitet wird, kommen beim Progammieren in Informatik, im Bereich der Naturwissenschaften bei der Tabellenkalkulation, Messwerterfassung auch die PC-Räume bzw. Laptops zum Einsatz.
- Uns ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler mit beiden Betriebssystemen (iOS und Windows) Erfahrungen sammeln und Kompetenzen erwerben können.
Tabletklassen in der Kursstufe
- Zu Beginn der Kursstufe 1 bekommen die Schülerinnen und Schüler ein iPad als Leihgerät zur Verfügung gestellt (insgesamt ca. 140 Tablets). Es soll genutzt werden für die Dauer der Kursstufe zum digitalen Arbeiten, um Unterricht mitzuschreiben, die eigenen Dateien strukturiert zu ordnen und den Schulalltag zu organisieren.
- Eine NETikette regelt den Gebrauch der iPads.
- Um den Missbrauch einzudämmen, verwaltet der Schulträger die iPads zentral. Die Schüler unterschreiben eine Nutzungsrichtlinie,
- In einer Einführungsveranstaltung zu Beginn der K1 lernen die Schüler den effektiven Einsatz der Geräte.
Smartphonenutzung und BYOD
- Wir sind der Überzeugung, dass Smartphoneverbot und Digitalisierung kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Medaille „digitale Bildung“ sind.
- Was in den letzten Monaten immer wieder die Medien beherrschte, ist am RBG bereits seit 2012 Standard: Es herrscht Smartphoneverbot auf dem Schulgelände zu den Unterrichtszeiten (siehe Hausordnung). Nur nach Aufforderung durch die Lehrkräfte können eigene Geräte zeitlich begrenzt zu didaktischen Zwecken im Unterricht genutzt werden.
- Schülerinnen und Schüler sollen grundsätzlich keine eigenen Geräte (BYOD – Bring your own device) im Unterricht nutzen, also auch keine privaten iPads in Kl. 10 oder der Kursstufe. Schüler haben mit Privatgeräten keinen Zugang zum Schul-WLan.
- Kein Nachteil entsteht für Schülerinnen und Schüler, die lieber analog ihren Schulalltag organisieren möchten.
Digitale Lern- und Schulplattformen
- Das RBG verfügt über drei digitale Plattformen zum Unterricht, zur Kommunikation sowie zur Organisation:
- Moodle ist die Plattform für digitalen Unterricht: Lehrkräfte nutzen es zur Materialbereitstellung, Aufgabenbearbeitung, Austausch von Ergebnissen, Lernkontrollen, für Videokonferenzen / Online-Besprechungen.
- Webuntis organisiert den Schulalltag: Schüler und Eltern können bspw. Stundenpläne, Vertretungen, Klassenarbeitstermine einsehen, sich Hausaufgaben digital anzeigen lassen. Über Webuntis kommunizieren Lehrkräfte auch mit Schülern und Eltern. Auch die Buchung von Terminen am Elternsprechtag usw. findet hier statt. Per App sind Schüler und Eltern eingebunden.
- Nextcloud / Kopano: Über unsere Schulcloud und einen schuleigenen Mailserver findet die Kommunikation zwischen Schüler und Lehrkräften sowie Eltern statt (Kopano). Die Nextcloud dient zur Bereitstellung und zum Tausch von Dokumenten sowie zur Archivierung.
Digitalisierung in den Fächern
Neben digitalen Bausteinen im Unterricht aller Fächer gibt es einzelne Fächer, die digitale Bildung besonders im Fokus haben:
- Das Fach Informatik und Medienbildung (IuM) neu im G9 ab Kl. 5 führt in die Bedienung und produktive Nutzung von Computern ein.
- Informatik in Kl. 7 (neuer BP G9 ab 2025/26: durchgängig bis Kl. 10)
- Ab Kl. 8 Möglichkeit der Wahl von NwT als Hauptfach: Mikrocontroller-Programmierung; digitale Messungen und Auswertung
- Brückenkurs Informatik Kl. 10 als Wahlfach
- Basisfach Informatik in der Kursstufe
- jährliche Organisation des Biber-Wettbewerbs zum digitalen Denken
Mediencurriculum
Das Mediencurriculum ist Teil unseres allgemeinen Methoden- und Sozialcurriculums: Ein wichtiges Element stellt der jährliche SMS-Tag dar:
In Klasse 6 geht es um Social Media – Verhalten im Internet sowie Cybermobbing.
In Klasse 7 findet ein digital unterstütztes Training zur Erstellung von Präsentationen statt.
Derzeit erarbeiten wir ein KI-Curriculum, das die Schülerinnen und Schüler schrittweise zum sinnvollen Gebrauch und zur Einschätzung von Potentialen und Grenzen von KI-Tools befähigen soll.
Wir achten darauf, dass digitale Medien nicht um ihrer selbst willen eingesetzt werden, sondern das Primat der Pädagogik gilt und digitale Technik nur dann zum Einsatz kommt, wenn sie methodisch-didaktisch sinnvoll erscheint.
KI und Schule
Beim Pädagogischen Tag 2024 beschäftigte sich das Kollegium mit den Anwendungsmöglichkeiten, Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Schule. Seither wurden Formate wie GFS, Hausarbeiten usw. an die neue Situation angepasst.
Ein KI-Leitfaden für Lehrer sowie für Schüler ab dem Schuljahr 26/27 regelt den Gebrauch von KI.
Als Schule nutzen wir die für den Schulgebrauch entwickelte landeseigene Lösung ais.chat. Zudem besitzen wir eine Schullizenz des Anbieters fobizz. Damit gewährleisten wir, dass alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen Zugang zu KI-Tools im Rahmen des Unterrichts haben und Kompetenzen im Umgang damit erwerben.

