Kategorie: Geographie

  • Das Basisfach Geografie auf großer Raumfahrt

    Das Basisfach Geografie auf großer Raumfahrt

    Am Mittwoch, den 25.06.2025, begab sich das Basisfach Geografie der K1 auf große Raumfahrt bzw. an den Stuttgarter Universitäts-Campus in Vaihingen. Dies war nur möglich durch die große Mühe und das Engagement von Herrn Dr. –Ing. Claudiu Mortan (Manager des Perosol Start-up Projekts, Institut für Photovoltaik, Universität Stuttgart) und seinem Team, die exklusiv für uns einen ganz besonderen Nachmittag zustande haben kommen lassen: So wurden wir zuerst interaktiv mit in den luftleeren Raum einer ins Weltall reisenden Person genommen, im Anschluss haben wir im Detail alles über das Mondbasis-Projekt erfahren und dann konnten wir in den aktuellen Prozess des Klimawandels und möglicher Gegenmaßnahmen eintauchen. Hier ist allen voran die Entwicklung perowskitbasierter Solarzellen zu nennen, die nun auch auf dem Satelliten ROMEO zur Testfahrt starten werden. Durch diese Entwicklung kann die Effizienz einer Solarztelle von 20% auf 33,2% erhöht werden, umso mehr Strom aus nachhaltigen Energiequellen zu gewinnen.

    Dies ist aber nur einer von vielen kreativen und innovativen Lösungsansätzen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels. Und genau dieser Arbeitsbereich war ausschlaggebend für die Exkursion. Da so viele Lerninhalte im Geographieunterricht zwangsläufig wieder zum Klimawandel führen und wir in diesem Schuljahr Stunde um Stunde besprochen haben, welche Wechselwirkungen von Mensch und Klima bestehen, stellte mein Kurs Ende des letzten Jahres die Frage: „Aber was machen wir denn mit der Erkenntnis, dass eigentlich alles schlimm ist, schlimm endet und wir nichts dagegen tun können?“ (Eventuell war die Formuliereng etwas anders, ich entnehme es nun nur mehr meiner Erinnerung ;-)).

    Nach dieser Unterrichtsstunde hörte ich zufälligerweise einen Radiobeitrag auf SWR, der mich  so sehr begeisterte, da er neue – eventuell noch nicht umsetzbare oder auch eher später umsetzbare – kreative Handlungsansätze aufzeigte, dass ich nicht umhin kam, mich an die Universität Stuttgart in Vaihingen zu wenden und das große Glück hatte, dass sich Herr Mortan meiner und meinem Kurs annahm.

    Falls wir nun auch Ihr Interesse geweckt haben und Sie sich fragen, wie man mit großer Begeisterung und Faszination den negativen Auswirkungen des Klimawandel aktiv entgegen treten kann, können Sie sich ja eventuell auch ein bisschen verzaubern lassen:

    Radiobeitrag über das Mondbasis-Projekt: 

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/plaene-fuer-mond-basis-in-stuttgart-100.html (aufgerufen am 28.06.2025)

    Link zur Homepage der Universität Stuttgart über die innovative Solarzellenforschung:

    https://www.f05.uni-stuttgart.de/ei/aktuelles/Innovative-Solarzellenforschung-an-der-Universitaet-Stuttgart/ (aufgerufen am 28.06.2025)

    Herzlichen Dank an die Uni Stuttgart und an den Kurs!

    Katharina Schulze

  • Wasser, Watt und Welthandel

    Wasser, Watt und Welthandel

    Das Leistungsfach Geographie der Kursstufe 2 war mit Fachlehrer Patrick Walz fünf Tage auf Exkursion in Hamburg – hier ein Bericht der Teilnehmer:

    Voller Vorfreude ging es am Montag 05. Februar auf die diesjährige Geographieexkursion nach Hamburg. Diese stand voll im Zeichen der Vorbereitung auf das kommende Abitur im April 2024.

    Der erste Exkursionstag startete in der Hafen City mit einer Stadtführung zur nachhaltigen Stadtentwicklung Hamburgs sowie einem einführenden Vortrag zur Prozessentwicklung unterschiedlicher Klimamodelle und den daraus resultierenden globalräumlichen Auswirkungen im Deutschen Klimarechenzentrum (DKRZ).

    Ein weiteres Highlight erwartete uns am Mittwoch in Büsum: das Wattenmeer. Dr. Ingrid Austen, ausgewiesene UNESCO-Wattführerin leitete uns in einer ca. 1,5stündigen Wattwanderung durch die zentralen Prozesse, Entwicklungen und Charakteristika der norddeutschen Wattküste. Im Rahmen der Führung wurde uns eindrücklich vor Augen geführt, mit welcher Geschwindigkeit sich das Meer im Zuge der Gezeiten zurückzieht und welche Bedeutung das Wattenmeer als Ökosystem nicht nur für die Region einnimmt. Im Anschluss an die Führung ließen wir den Tag in einem Strandlokal inmitten der schönen Szenerie inklusive einer gemeinsamen abschließenden Diskussion über die zukünftigen Herausforderungen der Küste ausklingen.

    Am Donnerstagvormittag trafen wir Steve, einen Migrant aus Nigeria, im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Im gemeinsamen Gespräch erzählte uns Steve sowohl über die strukturellen Ursachen als auch über die Motive seiner Flucht. Er schilderte seine Fluchtroute sowie diverse Herausforderungen (struggles), mit denen er an unterschiedlichen Orten konfrontiert wurde, wie insbesondere in der griechischen Hauptstadt Athen. Das Gespräch noch verarbeitend und reflektierend erfolgte am Nachmittag eine Werksführung durch den Airbus-Standort Finkenwerder. Bemerkenswert und interessant war nicht nur die komplexe Wertschöpfungskette und die globale Arbeitsteilung be ider Produktion eines Airbus, sondern auch die Prototypen und Probleme, die damit verbunden sind, ein wasserstoffbetriebenes Flugzeug zu entwickeln sowie auch die topographischen Herausforderungen des Standorts an der Elbe.

    Zum Abschluss der Exkursion beschäftigten wir uns am Freitag mit dem Hamburger Hafen: zunächst gewannen wir von der Aussichtsplateau der Elbphilharmonie einen Überblick über den Hafen. Simon Strobelt, Geograph an der Universität Hamburg erklärte uns die Geschichte und Bedeutung des Hamburger Hafens für Hamburg und seine Region. Im Fokus stand dann insbesondere die Herausstellung des Zusammenhangs zwischen der historischen und gegenwärtigen Rolle des Hafens im globalen Welthandel und den daraus resultierenden global-lokalen Ungleichheiten.

    Am Nachmittag reisten wir zurück und kamen gegen 20 Uhr wieder wohlbehalten am Stuttgarter Hauptbahnhof an.

  • Wie plant man eine Stadt?

    Wie plant man eine Stadt?

    Wie sieht eine Stadt aus, in der Menschen gerne leben? Wie soll man Flächen in einer Stadt nutzen, sodass es nachhaltig ist? Wie kann Wohnraum bezahlbar bleiben? Wie geht man mit Autoverkehr und Mobilität allgemein um? Diese Fragen sind ganz aktuell und auch Teil des Geographie-Unterrichts der Kursstufe in der Unterrichtseinheit „nachhaltige Stadtentwicklung“. Auf Initiative der Geographielehrerin Ulrike Kemner beschäftigten sich die Geo-Basiskurse der Kursstufe 1 mit dieser Frage auch praktisch in einem Workshop, den das Stadtpalais Stuttgart anbietet.

    In dem dreistündigen Workshop „Wie plant man eine Stadt?“ ging es um die bis 2027 geplante Neubebauung des Leonhardsviertels rund um das Züblin-Parkhaus in der Stuttgarter Stadtmitte. In Kleingruppen begingen die Schüler das Areal und zeichneten in Karten die aktuelle Nutzung der Flächen ein, getrennt nach Themen wie „Verkehr“, „Gewerbe“, „Freiflächen“ usw. Anschließend traf man sich auf dem Parkhausdach, von wo aus sich ein guter Überblick über das Viertel und das angrenzende Stadtzentrum bot. Einige Ansätze zu „Urban Gardening“ waren hier zu entdecken.

    Dann ging es in den Praxisraum ins Stadtpalais: Zunächst erlebte der Kurs in einem Rollenspiel, welche Betroffenen und Akteure bei der Frage der Viertelneuplanung alles mitreden und wie unterschiedlich die Ansichten sind: von Immobilienbesitzern über Anwohnern bis hin zu den versch. Ämtern und politischen Positionen im Gemeinderat. In ein Modell des Areals der Größe 1:25.000 durften die Schüler dann in Kleingruppen als Stadtplaner tätig werden: Anhand der Bebauungsvorgaben sollten sie ihre Version der Umgestaltung der Fläche rund um das Parkhaus entwerfen, in einem Modell gestalten und anschließend begründen.

    Heraus kamen interessante Ideen und eine ganze Menge Erkenntnisse darüber, wie komplex solch eine Neuplanung ist, wenn man allen Anliegen und äußeren Anforderungen gerecht werden möchte. Viele Stichworte aus dem Unterricht wie die Herausforderung der „Gentrifizierung“ für die gewachsene Anwohnerschaft oder die Verbesserung des Stadtklimas z. B. durch Flächenbegrünung wurden anschaulich. Das Spannende ist: in fünf Jahren können die Schüler ihre Ideen mit der tatsächlichen Umsetzung vergleichen: Bis 2027 zur Internationalen Bauausstellung (IBA) in Stuttgart soll das Areal nämlich fertiggestellt sein.