Wie plant man eine Stadt?

Wie sieht eine Stadt aus, in der Menschen gerne leben? Wie soll man Flächen in einer Stadt nutzen, sodass es nachhaltig ist? Wie kann Wohnraum bezahlbar bleiben? Wie geht man mit Autoverkehr und Mobilität allgemein um? Diese Fragen sind ganz aktuell und auch Teil des Geographie-Unterrichts der Kursstufe in der Unterrichtseinheit „nachhaltige Stadtentwicklung“. Auf Initiative der Geographielehrerin Ulrike Kemner beschäftigten sich die Geo-Basiskurse der Kursstufe 1 mit dieser Frage auch praktisch in einem Workshop, den das Stadtpalais Stuttgart anbietet.

In dem dreistündigen Workshop „Wie plant man eine Stadt?“ ging es um die bis 2027 geplante Neubebauung des Leonhardsviertels rund um das Züblin-Parkhaus in der Stuttgarter Stadtmitte. In Kleingruppen begingen die Schüler das Areal und zeichneten in Karten die aktuelle Nutzung der Flächen ein, getrennt nach Themen wie „Verkehr“, „Gewerbe“, „Freiflächen“ usw. Anschließend traf man sich auf dem Parkhausdach, von wo aus sich ein guter Überblick über das Viertel und das angrenzende Stadtzentrum bot. Einige Ansätze zu „Urban Gardening“ waren hier zu entdecken.

Dann ging es in den Praxisraum ins Stadtpalais: Zunächst erlebte der Kurs in einem Rollenspiel, welche Betroffenen und Akteure bei der Frage der Viertelneuplanung alles mitreden und wie unterschiedlich die Ansichten sind: von Immobilienbesitzern über Anwohnern bis hin zu den versch. Ämtern und politischen Positionen im Gemeinderat. In ein Modell des Areals der Größe 1:25.000 durften die Schüler dann in Kleingruppen als Stadtplaner tätig werden: Anhand der Bebauungsvorgaben sollten sie ihre Version der Umgestaltung der Fläche rund um das Parkhaus entwerfen, in einem Modell gestalten und anschließend begründen.

Heraus kamen interessante Ideen und eine ganze Menge Erkenntnisse darüber, wie komplex solch eine Neuplanung ist, wenn man allen Anliegen und äußeren Anforderungen gerecht werden möchte. Viele Stichworte aus dem Unterricht wie die Herausforderung der „Gentrifizierung“ für die gewachsene Anwohnerschaft oder die Verbesserung des Stadtklimas z. B. durch Flächenbegrünung wurden anschaulich. Das Spannende ist: in fünf Jahren können die Schüler ihre Ideen mit der tatsächlichen Umsetzung vergleichen: Bis 2027 zur Internationalen Bauausstellung (IBA) in Stuttgart soll das Areal nämlich fertiggestellt sein.