Eingerahmt von musikalischen Beiträgen des Orchesters und der Stufenband wurden am Donnerstag, 12.07., die Abiturzeugnisse an den Abiturjahrgang 2024 verliehen. Neben Bürgermeister Dirk Östringer, dem Kollegium des RBG waren natürlich Eltern, Familie und Freunde der 43 Abiturientinnen und Abiturienten zur Feier in die Gerlinger Stadthalle gekommen. Als roter Faden zog sich das Motto des Jahrgangs durch den Abend: „Abi 2,024 Promille – Meist Dichter als Denker“.
„Ihr habt es selbst gewählt“, griff Schulleiterin Silke Scholz in ihrer Ansprache das Motto auf und wendete die „Zweideutigkeit des Einzeilers“ etwas ironisch auf die Stufe an, indem sie die „Dichter“ beim Wort nahm: Verpackt in Rätsel zeigte sie anhand dreier Pflichtlektüren aus dem Fach Deutsch, dass alte wie zeitgenössische Literatur wichtig sei und zum Nachsinnen einlade: über die Rolle und Aufgabe von Wissenschaft, über den idealen Menschen und Gesundheit als höchstes Gut, über die Suche nach Identität und den Sinn von Widerstand gegen Tyrannei. Als Hoffnung gab sie dem Jahrgang mit, dass sie gelernt haben, individuelle Bedürfnisse und kollektive Interessen abzuwägen und selbst zu denken und zu entscheiden: „Ob ihr beim Denken ab und an nicht ganz dicht seid, bleibt euch überlassen“.
Die Schulleiterin bedankte sich bei ihrem Kollegium für die geleistete Arbeit in den Kursen und beiden Abiturprüfungen, ganz besonders bei den Oberstufenberaterinnen, bei dem Planungsteam in der Schulleitung und natürlich bei den Sekretärinnen Frau Schaible und Frau Kurth.
Dann wurden die Zeugnisse verliehen. Jahrgangsbeste mit dem Traumschnitt von „1,0“ ist Nele Weber, acht weitere Schüler schnitten mit 1,5 und besser ab. Zudem gab es zahlreiche Preise für die besten Leistungen in den einzelnen Fächern sowie jahrelanges Engagement und Mitarbeit in den Musik-AGs. Die Verbindungslehrer würdigten den Einsatz in der SMV.
Schließlich war zur Verblüffung aller noch ein Zeugnis übrig: Unter Standing Ovations des Saals überreichte Silke Scholz es Heike Schaible für „herausragende Leistungen und unerreichtes persönliches Engagement als Senior Educational Operations Coordination and Human Needs Manager“. Als Heike Schaible als Sekretärin an der Schule anfing, war der aktuelle Abijahrgang noch nicht einmal geboren – nun wird sie zum Schuljahresende in den Ruhestand gehen. Viele Schülergenerationen bis hin zu ihren eigenen Enkeln erlebten sie als die „Seele der Schule“.
Bürgermeister Dirk Östringer Dirk Östringer hob in seinem Grußwort das Abiturzeugnis als Dokument für „Arbeit und Ausdauer“, für unzählige Schulstunden und manche durchgemachten Nächte hervor. Er gratulierte zu dem Erfolg im Namen der Stadt und des Gemeinderates. Den Absolventen machte er Mut, dass in der nun folgenden „Zeit des Entdeckens“ auch Abzweigungen wertvoll seien und nicht nur Geradlinigkeit zähle. Die jungen Leute sollen „groß denken“ und vor Herausforderungen nicht zurückschrecken, sondern sie anzupacken: „Das Leben ist wie eine Matheklausur: nicht immer sofort verständlich, aber immer lösbar.“
Die Elternbeiratsvorsitzende Frau Merchant sprach mit einem Augenzwinkern in Richtung des Jahrgangs von einem auf den zweiten Blick sehr passenden Spruch und schlug in ihren Grußwort einen mutigen Bogen von der bedrückenden Schulzeit des Dichters Friedrich Schiller zur Lieblingspartylocation der Stufe, dem Schloss Solitude.
Die Abschlussrede der Jahrgangsstufe hielten Sophia K., Anna M. und Nina W. Sie blickten auf ihre Schulzeit zurück: die Corona-Einschränkungen in der Mittelstufe mitsamt Entfall aller Austausche; die positiven Erlebnisse seit der 10. Klasse: Fahrten und Austausche, aber auch die gemeinsamen Partys ließen die Stufe in den zwei Jahren zusammenwachsen. Ihr Abimotto verstanden sie als „perfekte Beschreibung des Jahrgangs: mit mehr Glück als Verstand, aber am Schluss einer ordentlichen Prise Strebsamkeit.“ Sie bedankten sich für die Unterstützung der Eltern, Lehrer, Freunde und des Teams rund um die Schule: Sekretärin, Hausmeister, die Schulbibliothekarin Frau Türk. Ein besonderer Dank ging an die Oberstufenberaterinnen Frau Beuchle und Frau Hellriegel.
Ihr Fazit: Man werde einiges an der Schulzeit vermissen, auch wenn der Blick jetzt nach vorne gehe – es sei gut, aufzuhören, wenn es am Schönsten ist. Das galt auch für die Feier: mit zwanglosen Gesprächen ging es beim anschließenden Sektempfang weiter.