Sziasztok

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Vom 04.-10.10. fand  der Gegenbesuch der ungarischen Gäste bei uns am RBG statt. Zuvor war die Gerlinger Austauschgruppe der K2 Ende September zu Gast an unserer Partnerschule, dem Josef-Eötvös-Gymnasium in Budapest gewesen. Schon in Budapest war zu sehen, wie gut die Gruppe zusammenpasst und wie freundschaftlich der Umgang miteinander war, sodass der Abschied nicht leichtfiel. Die Woche in Gerlingen knüpfte direkt daran an. Am Sonntag, 04.10., wurde die Gästegruppe immer sehnsüchtiger erwartet. Schließlich kam sie mit sechsstündiger (!) Verspätung an – und das lag nicht an der Deutschen Bahn… 

So waren am Montag morgen beim gemeinsamen Frühstück in der Schule manche noch ziemlich müde. Trotzdem wurde man schnell warm miteinander. Anschließend wurde die Schule und Gerlingen mit einer Rallye erkundet, bevor es zu einem kleinen Empfang bei Bürgermeister Dirk Östringer im Rathaus ging. Das Gespräch war sehr offen und der Bürgermeister überraschte die ungarischen Gäste damit, selbst einmal in Budapest studiert zu haben. „Der ist total sympathisch“, so das Fazit hinterher. Frau Günther vom Stadtmuseum Gerlingen erschloss in ihrer sehr lebendigen und packenden Führung durch die Sonderausstellung „80 Jahre Vertreibung der Deutschen aus Ungarn“ die Geschichte der Ungarndeutschen. Für manche der Teilnehmer, die selbst Bezug zu Donauschwaben haben, war das besonders bewegend. 

Vor 40 Jahren, 1986, war der Budapestaustausch durch den wechselseitigen Besuch der Schulleitungen – damals eine Besonderheit während des Kalten Krieges – begründet worden. In diesem Jahr begleitete nun erstmals wieder der aktuelle Schulleiter des Eötvös-Gymnasiums die Austauschgruppe, um die Kontakte zwischen den Schulen auch auf der Leitungsebene zu stärken.

Abends fuhr man noch Bowlen nach Feuerbach, in gemischten deutsch-ungarischen Teams.

Am Dienstag, 06.10., standen zunächst zwei Stunden Deutschunterricht „Spezial“ auf dem Programm: szenisches Spiel zu einer Brecht-Parabel, bei dem die Budapester ihr beeindruckendes Sprachniveau zeigten. Dann fuhren die Ungarn nach Ludwigsburg. In einer Schlossführung lernte die Gruppe die württembergische Landesgeschichte kennen – und wunderte sich, wie viele Spiegel in ein Schlafzimmer passen (es sind 136). Anschließend genossen alle bei Sommerwetter die Kürbisausstellung und den Märchengarten, bei denen den Ungarn einige grimmsche Märchen begegneten, die sie aus dem Unterricht bereits kannten.

Der Mittwoch war der Ausflugstag für die ganze Gruppe. Nicht zufällig ging es nach Tübingen, ist es doch der Studienort sämtlicher Lehkräfte, die auf Gerlinger Seite den Austausch organisieren – und natürlich eine der schönsten Städte im Südwesten. Zwischen der etwas anspruchsvollen Stadtführung durch mittelalterliche Gassen bis hoch aufs Schloss und feucht-fröhlicher Stocherkahnfahrt gab es viel freie Zeit, jede Menge Spaß und die allgemeine Übereinstimmung, dass Tübingen einmalig ist. Gestochert wurde einer der Kähne übrigens von einem Gerlinger, Abi 1980. Noch mehr kulturelle Eindrücke bot die Rückfahrt mit einer gemeinsamen Runde über den Wasen, wo der offizielle Teil dann endete (der inoffizielle Wasenbesuch ohne unnötige Zeugen kam dann am Donnerstag…).

Am Donnerstag kippte zwar das Wetter, aber nicht die Stimmung. Es war nicht länger spätsommerlich-warm, sondern regnerisch-kalt. Im Mercedes-Museum merkte man davon nicht viel, aber bei der anschließenden Stadtführung musste etwas improvisiert werden. Kein Problem für die motivierte und interessierte Gruppe.  Nach einer abschließenden gemeinsamen gesanglichen Einstimmung im Innenhof des Alten Schlosses ging es für manche dann ins Kino, für viele andere auf den Wasen (s.o.). 

Der letzte Tag, der Freitag, wurde in der Schule verbracht. Zunächst besuchten die Partner gemeinsam den regulären Englischunterricht. Dann wurden in fünf gemischten Teams Escape-Rooms erstellt, die jeweils andere Teams am Abschlussabend spielen sollten. Vorgegeben war jeweils ein Thema mit deutsch-ungarischem Bezug. Es war erstaunlich, was die Teams auf die Beine stellten. Das Spielen und Lösen der Räume am Abend machte viel Spaß. Es gab noch gemeinsam Pizza und einige kleine Reden zum Abschluss eines großartigen Austauschs mit einer menschlich sehr angenehmen Gruppe.

Man hat in dieser Woche gemerkt, dass sich die Jugendlichen nicht nur sprachlich entwickelt haben und immer offener wurden, sondern vor allem auch immer mehr eine Gemeinschaft bildeten, sodass hoffentlich Kontakte über den Austausch hinaus gepflegt werden – viel mehr kann man eigentlich nicht erwarten von einem Schüleraustausch. 

Am Samstagmorgen war der Abschied am Gleis dementsprechend schwer. Ein gutes Zeichen.

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