Kategorie: Exkursion

  • „Es lebe l‘amitié.“

    „Es lebe l‘amitié.“

    2024 feierte Vesoul das 60-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Gerlingen. Auch der Schüleraustausch zwischen den Städten blickt ein Jahr später auf sechs Jahrzehnte zurück. Vom 17. bis 19. März besuchten Schülerinnen und Schüler des RBG und der Realschule Gerlingen die Partnerschulen in Vesoul. Der Austausch versprach durch ein abwechslungsreiches Programm intensive interkulturelle Erfahrungen und bekräftigte die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für beide Seiten des Rheins.

    Nach der Anreise mit Abstecher zur Hochkönigsburg wurden die deutschen Gäste im Rathaus von Vesoul empfangen. Ein besonderer Moment war die Darbietung des selbstkomponierten Liedes „Es lebe l‘amitié“, das die deutsch-französische Verbundenheit unterstrich. Am zweiten Tag begleiteten die Jugendlichen ihre Gastgeber in die Schule, bevor sportliche Aktivitäten den Nachmittag prägten, bei denen ein deutsch-französischer Teamgeist bewiesen wurde. Der letzte Morgen begann mit einer Stadtrallye, gefolgt von der Gestaltung einer gemeinsamen Freske als Zeichen der Freundschaft. Zum Abschluss erklang erneut das Jubiläumslied, diesmal gemeinsam von den französischen und deutschen Schülerinnen und Schülern angestimmt.

    Gerade in politisch unsicheren Zeiten ist der Schüleraustausch von großer Bedeutung. Ein besonderer Dank gilt den Vesouler Gastgebern, die diesen besonderen Austausch ermöglicht haben. – Auf weitere 60 Jahre … Es lebe l’amitié!

  • Farm der Tiere

    Farm der Tiere

    Führung und Theaterbesuch wurden im Rahmen einer GFS von H.T. organisiert. Hier seine Rezension:

    Am 10.03.25 hatte die Klasse 10a die Gelegenheit, das Staatstheater Stuttgart zu besuchen und eine Inszenierung von „Farm der Tiere“ zu erleben. Bevor man sich das Stück anschauen konnte, gab es am Nachmittag eine Führung rund um das Theater, auf die sich die Klasse freuen konnte. In dieser Führung wurde uns gezeigt, was alles hinter den Kulissen passiert, um ein Theaterstück ins Leben zu rufen. Von Masken und Kleidungsstücken bis zu Requisiten und Kulissen wird alles selbstständig vom Theater hergestellt. Uns wurde gezeigt, wie ein Gestell aus Holz zu einer Kulisse wird, die täuschend echt wirkte. Es wurden uns Regale voll mit Kleidung für jeden erdenklichen Anlass gezeigt, die, unserer Führerin nach, ausreichen würden, um die komplette Königsstraße zu bedecken. Die Masken und Requisiten, die wir uns anschauen durften, waren sehr weitreichend, wie falsche Schnurrbärte, Perücken und Finger (richtig gelesen, Finger!), sowie wirklichkeitsnahe Gewehre, Pistolen und Schwerter. Wir durften sogar einen falschen Dolch benutzen, der in sich einrastete, wenn man Druck gegen die Spitze ausübte. Leider durften wir die Bühne nicht betreten, da sie zu diesem Zeitpunkt von den Schauspielern benutzt wurde und wir konnten deshalb auch nicht den Kulissenmechanismus besichtigen, mit dem die Kulissen kontrolliert werden. Nach dieser aufschlussreichen Tour hatten wir eine kurze Pause, bevor die Aufführung begann.

    Zum Inhalt des Stücks:

    Das Theaterstück „Farm der Tiere“ stammt von dem Regisseur Oliver Frljić. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von George Orwell (1945 veröffentlicht). Im Allgemeinen ist das Stück eine politische Allegorie in Form einer Satire auf die Russische Revolution und die Entstehung des totalitären Regimes in der Sowjetunion unter der Herrschaft Stalins.

    Auf der „Herrenfarm“ des Bauern Mr. Jones erheben sich die Tiere gegen ihre menschlichen Unterdrücker. Angeführt von den Schweinen, Napoleon und Schneeball, vertreiben sie Jones und übernehmen die Kontrolle über die Farm. Sie gründen eine neue Gesellschaft, basierend auf Gleichheit, deren Leitsatz lautet:

    „Alle Tiere sind gleich.“

    Zunächst scheint die Revolution erfolgreich: Die Tiere arbeiten für sich selbst, die Ernte ist reichlich, und es gibt klare Regeln, die das neue System stabilisieren sollen. Doch bald kommt es zu Spannungen zwischen den Anführern. Schneeball, ein kluges und idealistisches Schwein, will Fortschritt durch Technik (z. B. eine Windmühle), während Napoleon, der skrupellose Machtmensch, ihn als Rivalen sieht. Schließlich vertreibt Napoleon Schneeball gewaltsam und übernimmt die alleinige Kontrolle.

    Mit der Zeit verwandelt sich die Farm in eine brutale Diktatur. Napoleon setzt eine Geheimpolizei (die Hunde) ein, manipuliert die anderen Tiere mit Propaganda und nutzt Lügen, um seine Herrschaft zu festigen. Die ursprünglichen Regeln der Revolution werden schrittweise geändert, sodass sie nur noch der Schweineelite dienen. Der Leitspruch wird schließlich zu:

    „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere.“

    Am Ende haben sich die Schweine völlig mit den Menschen verbündet, und die anderen Tiere erkennen, dass sich ihre Lage nicht verbessert, sondern sogar verschlechtert hat. Das Stück endet mit einer Rebellion der Tiere, aber diesmal gegen die Schweine, und führt zum Tod von Napoleon.

    Die Inszenierung:

    Die Schauspielerei war hervorragend, denn die Zuschauer hatten nirgends das Gefühl, dass das Stück gezwungen und mühsam gespielt wurde, und auch die komischsten und bizarrsten Szenen kamen als natürlich rüber.

    Die exzellenten Schauspieler wurden durch die Kreativität des Regisseurs unterstützt, indem er beispielsweise nur Teile der Bühne beleuchtete, um gewisse Figuren in den Vordergrund zu bringen, während andere im Hintergrund verschwanden. Es wurden Lieder eingespielt, die passend zum Thema waren und zu denen die Schauspieler entsprechend getanzt und gesungen haben. Aber auch während der anderen Szenen wurde Musik im Hintergrund gespielt, um die Stimmung zu unterstreichen oder auch um einen Kontrast zu bilden. Die Windmühle, die von den Tieren gebaut wurde, wurde metaphorisch durch die Freiheitsstatue dargestellt, die die Freiheit verbildlicht, die die Tiere aber selber nicht haben. Außerdem wurde das Schauspiel nicht nur auf die Bühne beschränkt, denn bei der Verfolgung von Schneeball durch die Hunde wurde er von der Bühne in die Zuschauerränge gejagt, wo er dann schließlich verschwand.

    Die Kostüme und Requisiten, die im Schauspiel benutzt wurden, waren verblüffend und beherbergten unvorhersehbare Überraschungen. Zum Beispiel wurde im Schwanz eines der Hühner ein Ei versteckt, das so groß war wie eine mittelgroße Handtasche. Ein anderes Mal wurde eine Kuh gemolken und es trat tatsächlich eine weiße Flüssigkeit aus den Eutern. Die Kostüme waren sehr realistisch und es wurden sogar Stöckelschuhe bei den Schweinen benutzt, um die Hufen zu simulieren.

    Kritik:

    Die Art und Weise, wie die Komödie eingesetzt wurde, wirkte meistens überraschend und merkwürdig. Anstelle des subtilen, natürlichen Humors des Originals setzten die Macher vermehrt auf übertriebene Gesten, skurrile Witze und absurde Situationen. Während Orwell in seinem Roman mit feiner Ironie auf die Manipulation der Tiere hinweist, wurde dies in der Inszenierung durch überzogene Grimassen und Slapstick-Einlagen ins Lächerliche gezogen. Während einige dieser Elemente durchaus unterhaltsam waren, konnten sie den ursprünglichen Charme und Witz der Vorlage leider nicht ersetzen.

    Die Intention des Autors war, die Fehler eines kommunistischen Systems zu hervorheben und diese satirisch darzustellen. Doch dies scheiterte an der Verwendung von komischen Witzen und der überbordenden Musik, die in das Theaterstück eingebaut wurde. Wenn man das Buch liest, hat man ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit, denn jedes Mal, wenn die Tiere versuchen, ihr Leben zu verbessern, verschlechtert es sich am Ende und sie werden nur noch mehr von Napoleon und den Schweinen unterdrückt. Aber im Stück fehlt dieses unterschwellige Gefühl, einer sich entfaltenden Tragödie beizuwohnen und es herrscht eine komische und von unangenehmen Witzen dominierte Komödie, die nur vage die oben genannte Stimmung erzeugt.

    Insgesamt ist diese Inszenierung der Farm der Tiere gekennzeichnet durch das brillante Talent der Schauspieler, das kreative Nutzen von Musik und Tanz und realistisch aussehenden Kostüme sowie Requisiten. So beeindruckend die künstlerische Umsetzung auch war, sie überschattete leider die eigentliche Aussage des Stücks. Ein Publikum, das diese wahre Aussage nicht von vorneherein kennt, wird es auch nach dem Stück nicht erkennen können. Am Ende bleibt ein Publikum zurück, das sich eher an skurrile Szenen erinnert als an die eigentliche Aussage.

  • Woyzeck: Theaterbesuch des Leistungsfachs Deutsch

    Woyzeck: Theaterbesuch des Leistungsfachs Deutsch

    Nur zwei Schauspieler und eine Schauspielerin spielen sechs verschiedene Figuren, zum Teil auch gleichzeitig ein und dieselbe, und das noch im fliegenden Wechsel? Was fast schon etwas absurd klingt, wurde so im Stuttgarter Wilhelma-Theater den zahlreichen Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Schulen (Georg Büchners Drama „Woyzeck“ ist schließlich Schwerpunktthema) am Freitagabend, dem 28. Februar, dargeboten. Diese ebenso kreative wie ungewöhnliche Inszenierung hat uns aber alle begeistert, auch weil die schauspielerische Leistung einfach beeindruckend war. Und was mich persönlich mindestens ebenso begeistert hat: Alle meine Schülerinnen und Schüler haben sich für diesen besonderen Abend herausgeputzt – mit Anzug oder Kleid, schicken Hosen, eleganten Schuhen und edlen Fellmützen. Was für ein Kurs! Ich danke euch für diesen tollen Abend mit euch.

    Birgit Hecht

  • Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

    Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau

    Texte und Bilder: Sophie F., Sara S. (Kl. 9)

    Am 14. Februar 2025 machten wir, die gesamte neunte Klassenstufe, eine eindrucksvolle und emotional aufwühlende Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Dachau. Wir starteten in Gerlingen um 6:30 Uhr morgens und erreichten nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrt das Gelände in Dachau.

    Das ungemütliche Wetter und die Kälte verstärkten noch zusätzlich die bedrückende Atmosphäre dort und die Stimmung bei uns allen war sofort sehr ernst und nachdenklich. Es fiel schwer, sich vorzustellen, dass hier während des Zweiten Weltkriegs diese grausamen Taten stattgefunden hatten. Schließlich schien die Wirklichkeit weit entfernt von dem, was wir vor uns sahen. Der Besuch an diesem historischen Ort ließ uns jedoch schnell begreifen, was hier tatsächlich geschehen ist.

    Wir wurden klassenweise aufgeteilt und je ein erfahrener Guide nahm jede der drei Gruppen den Vormittag über mit auf eine geführte Tour. Zunächst gingen wir in einen Seminarraum, in dem wir uns mit den geschichtlichen Ereignissen und mit Bildern aus der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigten. Der Guide erzählte uns die Geschichte des Konzentrationslagers und dabei wurde bereits deutlich, wie brutal und unmenschlich das Lagerleben war.   

    Anschließend führte uns der Guide über das Gelände und zeigte uns verschiedene bedeutende Orte. Besonders eindrucksvoll waren die Erklärungen zu den verschiedenen Gebäuden und Bereichen wie die Unterkunftsbaracken. Die einzelnen Geschichten, die uns dazu erzählt wurden, waren erschreckend. Es war schwer zu fassen, welche Grausamkeiten dort tagtäglich stattfanden.

    Ebenfalls sehr eindrücklich war der Besuch im Krematorium. Allein der Anblick dieser Räume und der Gedanke an diese unmenschlichen Taten hinterließ bei uns allen einen bleibenden Eindruck.

    Nach der Führung hatten wir noch Zeit, das Museum in dem Gebäude selbst zu erkunden. Auf diese Weise konnten wir uns noch intensiver mit bestimmten Themen auseinandersetzen und ausgestellte Überreste betrachten. Es war beeindruckend, die historischen Objekte zu sehen und mehr über das Schicksal einzelner Häftlinge zu erfahren.

    Zum Abschluss des Besuchs sahen wir einen kurzen Film in einem Kino, der uns die Geschichte des Konzentrationslagers und die historischen Ereignisse noch einmal näherbrachte. Der Film verstärkte nochmals die Eindrücke des Tages und verdeutlichte die erschütternde Realität jener Zeit.

    Nachdem wir schließlich das Gelände verlassen hatten, stiegen wir wieder in den Bus und erreichten Gerlingen um 18:30 Uhr. Der Tag hat uns viele intensive Eindrücke und Gedanken verschafft, die uns noch lange beschäftigt haben. Der Besuch der Gedenkstätte Dachau hat uns also nicht nur historisches Wissen vermittelt, sondern uns auch emotional mitgenommen und vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich an solche Orte zu erinnern, um die Opfer des Nationalsozialismus zu ehren und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

    Im ersten Halbjahr der Klasse 9 behandelt der Geschichtsunterricht den Nationalsozialismus. Die Gedenkstättenfahrt dient der Veranschaulichung und Ergänzung des Unterrichts.

    Das Konzentrationslager (KZ) Dachau vor den Toren der Metropole München wurde als eines der ersten bereits im März 1933 auf dem Gelände einer ehemaligen Pulverfabrik errichtet. Es diente zunächst der Inhaftierung politischer Gegner der NSDAP. Nachdem Hitler seine Diktatur errichtet hatte, wurde das KZ Dachau als einziges der frühen KZs nicht aufgelöst, sondern von der SS weiterbetrieben. Insgesant wurden von 1933 bis 1945 zehntausende Juden und Häftlinge aus den von der Wehrmacht eroberten Ländern Europas inhaftiert, litten in dem Arbeitslager und seinen Außenstellen. 41.500 starben infolge der unmenschlichen Haftbedingungen oder durch Massenhinrichtungen.

    https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/historischer-ort/kz-dachau-1933-1945/

    Annäherung an die KZ-Geschichte: Historische Fotografien
    Die Verbrennungsöfen in Dachau
    Gedenkstein für die Opfer
  • Blick hinter die Kulissen – Ein Theaterbesuch voller spannender Einblicke

    Blick hinter die Kulissen – Ein Theaterbesuch voller spannender Einblicke

    STUTTGART – Am Mittwoch, den 22. Januar 2025, besuchte die Klasse 9b das Alte Schauspielhaus in Stuttgart. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in Bereiche des Theaters, die dem Publikum normalerweise verborgen bleiben. Von der Maske bis zur Requisite bot der Ausflug einen umfassenden Blick hinter die Kulissen.

    Unsere Führung begann mit einem Rundgang durch die wichtigsten Abteilungen des Theaters. Ein Highlight war der Stopp in der Maske. Dort erklärte uns eine Mitarbeiterin, wie Schauspieler für ihre Rollen geschminkt und frisiert werden. Besonders beeindruckend war die Herstellung einer Perücke, die viel Geduld und Können erfordert. Jedes Haar wird einzeln eingearbeitet, damit die Perücke möglichst natürlich aussieht und perfekt zur Figur passt.

    Ein weiteres Highlight war der Besuch in der Requisite. Dort entdeckten wir unzählige interessante Gegenstände: Gläser, alte Radios, Laptops und sogar künstliches Essen, das regelmäßig in Aufführungen verwendet wird. Viele dieser Requisiten stammen noch aus früheren Stücken und werden immer wieder eingesetzt.

    Auf der Bühne konnten wir miterleben, wie gerade die Kulisse der aktuellen Inszenierung abgebaut wurde, um Platz für die nächste Szene zu schaffen. Dabei wurde schnell klar, wie viel Arbeit und Präzision dahintersteckt. Die Sicherheit spielt eine zentrale Rolle: Vor allem der Brandschutz und die genaue Platzierung aller Bühnenelemente sind entscheidend, damit alles reibungslos abläuft.

    In der Garderobe der Schauspieler konnten wir uns gut vorstellen, wie hektisch es kurz vor einer Aufführung zugeht. Zwischen den Szenen haben die Schauspieler jedoch manchmal auch längere Pausen. Dafür steht ihnen ein kleines Bett zur Verfügung, auf dem sie sich ausruhen können, um während der Proben fit zu bleiben.

    Insgesamt war der Ausflug ins Alte Schauspielhaus für die Klasse 9b eine spannende und lehrreiche Erfahrung. Wir gewannen viele Einblicke in den Alltag der Menschen, die vor und hinter der Bühne arbeiten, und wie viel Vorbereitung und Planung in jeder Aufführung steckt. Nach diesen Eindrücken freuen wir uns schon darauf, das Theater auch einmal als Zuschauer zu besuchen.

    Der Ausflug wurde im Rahmen einer GFS von Timo Graf organisiert.

  • „Shame“ – Theaterbesuch der Klasse 7b

    „Shame“ – Theaterbesuch der Klasse 7b

    Am 13. Februar 2025 besuchte die Klasse 7b das Theaterstück „Shame“ des Jungen Ensembles Stuttgart (JES). Der Ausflug begann turbulent, als die Schüler auf dem Hinweg unerwartet in eine Verdi-Demonstration gerieten. So war die Klasse nicht nur im Theater, sondern auch mitten in einer Demo – ein ungeplanter Doppelpack an Erlebnissen.

    „Shame“ behandelt die Themen Scham und gesellschaftlichen Druck. Die Inszenierung überzeugte durch moderne Elemente und starke schauspielerische Leistungen. Besonders die kreativen Bühnenbilder und Kostüme und die musikalischen Einlagen trugen zur intensiven Atmosphäre bei und sorgten für ein außergewöhnliches Erlebnis.

    Der Theaterbesuch bot den Schülern nicht nur Unterhaltung, sondern auch Anlass zur Reflexion über den Umgang mit Scham und der Entwicklung eines Selbstbildes.

    Insgesamt war der Ausflug ein voller Erfolg und hinterließ bei der Klasse einen bleibenden Eindruck.

    Foto: Dominique Brewing, https://www.jes-stuttgart.de/shame/
    Alle Infos zum Stück unter: https://www.jes-stuttgart.de/shame/

    Die Klasse vor dem Theater
  • In Barcelona

    In Barcelona

    Bericht: die Teilnehmerinnen S.K. und P.T. (Kl. 10)

    Am Sonntag, den 26.01.2025, um 7:30 Uhr trafen sich alle Spanisch-Schüler der Klassenstufe 10 am Flughafen in Stuttgart, um die fünftägige Sprachreise vom 26.01. bis 30.01.2025 nach Barcelona anzutreten. Begleitet wurden sie von den Lehrkräften Frau Nin-Ramon, Herrn Schmidt und Herrn Meier.

    Nach der Ankunft in Barcelona wurden die Zimmer in einem Hostel in der Nähe des Flughafens bezogen. Von Montag bis Mittwoch nahmen alle vormittags an einem vierstündigen Sprachkurs der Sprachschule Enforex im Zentrum von Barcelona teil. Die Schüler wurden dabei in zwei Gruppen aufgeteilt. Philipp, einer aus unserer Gruppe, beschrieb den Unterricht folgendermaßen: „Erst ein bisschen langweilig und lang, aber am Dienstag besser.“ Im Anschluss erhielt jeder eine Urkunde zur erfolgreichen Teilnahme am zwölfstündigen Sprachkurs auf dem Sprachniveau A2.

    An den Nachmittagen erkundeten wir die katalanische Metropole: Am Montagnachmittag ging es in den Park Güell, der von Antoni Gaudí entworfen und zwischen 1900 und 1914 erbaut wurde. Ursprünglich war der Park als Gartenstadt für wohlhabende Bürger geplant, doch dies konnte aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden. 1923 kaufte die Stadt Barcelona das Gelände und machte es zu einem öffentlichen Park. Seit 1984 gilt der Park Güell als UNESCO-Weltkulturerbe und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Barcelonas. Durch seine Lage auf einem Hügel bietet sich eine tolle Aussicht über die Stadt bis hin zum Meer. Die beeindruckende Architektur und die Aussicht entgingen niemandem. Ein Schüler: „Ein eindrucksvoller Park mit einzigartiger Architektur.“

    Am Dienstagnachmittag nahm die Gruppe an einer deutschsprachigen Führung durch Barcelonas berühmteste Baustelle teil: die Sagrada Familia. Dabei lernten sie die drei verschiedenen Hauptfassaden kennen, die den wichtigsten Phasen im Leben Jesu gewidmet sind (Geburts-, Leidens- und Glorienfassade). Die Geburtsfassade wurde als einzige noch zu Gaudís Lebenszeit fertiggestellt. Auch im Inneren der Kirche konnte man die imposante Bauweise bewundern. Vielen fiel das beeindruckende Farbspiel durch die Glasfenster auf. Hier einige Eindrücke:

    „Sehr schön.“ (M. K.)
    „Beeindruckend.“ (H.)
    „Organisch, natürlich, imposant – ein prachtvoller Termitenhügel.“ (Herr Schmidt)

    Den letzten ganzen Tag verbrachten wir damit, den Strand zu besuchen und durch die Innenstadt zu bummeln.

    Ganz herzlich möchten wir uns bei Frau Nin-Ramon bedanken, da ohne sie die gesamte Sprachreise nicht stattgefunden hätte. Ebenso danken wir Herrn Meier und Herrn Schmidt für ihre Begleitung. Die Reise wird uns in sehr positiver Erinnerung bleiben.

    Der vom spanischen Architekten Antoni Gaudi (1852-1926) entworfene Park, der nach dem katalanischen Politiker und Mäzen Eusebi Graf von Güell benannt ist.
    Die Sagrada Familia – Der Bau der von Antoni Gaudi geplanten Basilika wurde 1882 begonnen – die Fertigstellung ist derzeit für 2033 geplant.
    Farbspiel in der Sagrada Familia
  • Klassenstufe 9 im Landtag

    Klassenstufe 9 im Landtag

    Wie sieht es im Plenum des baden-württembergischen Landtags aus? Wer sitzt wo? Auf welche Weise kann dort abgestimmt werden und wie wird der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin gewählt? Solche und andere Fragen wurden im ersten Teil des Besuchs des Landtags auf unterhaltsame Weise thematisiert und beantwortet. Die Schülerinnen und Schüler durften dabei im Plenarsaal Platz nehmen und in einem Rollenspiel die Ministerpräsidentin wählen. Im zweiten Teil hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einem Abgeordneten des Landtags persönlich Fragen zu stellen. Als Gesprächspartner stellte sich Dr. Markus Rösler (Grüne) zur Verfügung, der selbst in Gerlingen aufgewachsen und Gewinner (und damit auch Vertreter) des Wahlkreises Vaihingen/Enz ist, zu dem auch Gerlingen gehört. Alles in allem war dies ein lehrreicher und überaus interessanter Vormittag.

    Birgit Hecht, GK-Lehrerin

  • Von Fusionsreaktoren über Supercomputer bis hin zur Weltraumerforschung

    Von Fusionsreaktoren über Supercomputer bis hin zur Weltraumerforschung

    Bilder und Bericht: Anja Beuchle

    Die NwT-Schüler/innen der Klassenstufe 10 waren vom 27.1. – 29.1.25 wieder auf wissenschaftlicher Erkundungstour. Bereits zum zehnten Mal brachen am Montagmorgen 39 Schüler/innen zur so genannten „NwT-Erkundungsfahrt“ auf und besuchten unterschiedliche Forschungseinrichtungen in München.
    An der NWT-Erkundungsfahrt teilnehmen können Schüler/innen der Jahrgangsstufe 10, die sich in der 8. Klasse für das Profilkernfach NwT (Naturwissenschaft und Technik) entschieden haben. Diese Schüler/innen haben sich demnach in den letzten 3 Jahren schon mit den vielfältigsten naturwissenschaftlichen und technischen Problemen auseinandergesetzt und dabei viele Erkenntnisse gewonnen und Fertigkeiten erlangt; bspw. beim Programmieren von Microcontrollern, beim technischen Zeichnen und bei der Verwendung von 3-Druckern, bei der Durchführung von Analyse- und Produktionsverfahren, beim Bau von Kränen, bei der Auswertung von Messergebnissen u.v.m.

    Erstes Ziel der Fahrt war das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP). Hier wird seit den 60er-Jahren an der Kernfusion geforscht. Dabei möchten die Physiker das “Feuer der Sonne” auf die Erde holen: in einer Brennkammer, in der die Fusions-Brennstoffe Tritium und Deuterium bei 100 Millionen Grad Kelvin durch entsprechend geformte Magnetfelder eingeschlossen sind, sollen diese zu Helium verschmelzen (fusionieren) und dabei erhebliche Mengen an Energie freisetzen und so die Energieproblematik umweltschonend lösen. Die Gerlinger Besucher/innen erhielten zunächst einen sehr spannenden Vortrag über die Grundlagen der Kernfusion und deren mögliche technische Realisierung in Form eines Kernfusionskraftwerkes. Da an unserem Besuchstag grade am dort aufgebauten Großexperiment ASDEX upgrade nicht experimentell gearbeitet wurde, konnten wir im Anschluss die Experimentierhalle selbst besichtigen. Wenn die Anlage in Betrieb ist (jährlich werden etwa 1000 Experimente durchgeführt), kann die Experimentierhalle wegen der dort auftretenden Strahlung nicht betreten werden.

    Am 2. Tag besichtigte die Gruppe zunächst das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) und dessen Supercomputer. Da die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen immer komplexer wird, Problemstellungen und Lösungsansätze zunächst oft simuliert werden müssen und dabei riesige Datenmengen anfallen, die ausgewertet werden müssen, hat das das Hochleistungsrechnen in den vergangenen Jahren u.a. in der Wissenschaft an großer Bedeutung gewonnen. Diese extrem anspruchsvollen, umfangreiche und komplexe Rechenanwendungen, die auch ein Vielfaches an Speicherkapazität erfordern, können von „normalen“ Computern nicht mehr durchgeführt werden. Auch hier konnte die Gruppe nach einem sehr interessanten Vortrag über die Verwendung und Einsatzmöglichkeiten eines Supercomputers, diesen auf einem Rundgang live besichtigen.

    Am Nachmittag konnten sich die SchülerInnen in Kleingruppen selbständig und je nach persönlichen Vorlieben und Interessen im Deutsches Museum zu unterschiedlichen Themen informieren.
    Letzter Programmpunkt am 3. Tag war die Besichtigung der ESO (european southern observatory), der europäischen Südsternwarte. Die ESO ist ein europäisches Forschungsinstitut, das Teleskope in Chile betreibt. Mithilfe dieser Teleskope wurden schon viele spektakuläre Entdeckungen gemacht. Bspw. wurden Beweise für die Existenz eines schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße gefunden und es konnte gezeigt werden, dass die Expansionsgeschwindigkeit des Universums zunimmt. Der Rundgang durch die Ausstellung wurde mit einer Planetariumsvorführung abgerundet. Jede/r kann sich übrigens bei der ESO mit interessanten Forschungsideen für eine Teleskopnutzung in Chile bewerben – vielleicht wolltet ihr ja schon immer einmal in die Sterne schauen und eine weltbewegende Idee überprüfen 😊.

    Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen Personen, die uns diese spannenden Einblicke durch tolle Führungen und sehr interessante Vorträge ermöglicht haben, bedanken.

    Parabelrutschen im Atrium des Institutsgebäude für Mathematik und Informatik der Technischen Universität München (Mittagspause)
    ASDEX upgrade (Experimentieranlage zur Kernfusion)
    Virtualisierungslabor
    Virtualisierungslabor
    Die Gruppe vor der ESO
  • Südzucker 24

    Südzucker 24

    Traditionelle Besichtigung des Südzuckerwerkes in Offenau
    5. November 2024, Dienstag – Text und Bilder: A. Beuchle

    Am Dienstag, 05. Nov. 2024, war es wieder soweit – die 3- und 5-stündigen Chemiekurse K1 und K2 am Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen brechen mit ihren beiden ChemielehrerInnen A. Beuchle und R. Müller zu ihrer gemeinsamen Exkursion nach Offenau bei Heilbronn auf. Hier steht eine der Zuckerfabriken der Südzucker AG. Dieser Besuch gehört seit Jahren zum festen Programm der Oberstufen-Chemiekurse.

    Es gibt wenig Besuchsziele, bei denen man so intensiv den Weg eines Produktes verfolgen kann wie bei der Zuckergewinnung aus der Zuckerrübe. Dabei erfährt man sehr schnell, dass die Zucker -”Fabrik” eigentlich keine Fabrik im Sinne von “Zucker herstellen” ist. Der Zucker ist schließlich schon fix und fertig in der Rübe enthalten, sondern eher eine “Zuckergewinnungsanlage”.

    Durch den Kamin zieht der Wasserdampf ab, der beim Trocknen der Zuckerrübenschnitzel entsteht. Rechts daneben der Schachtofen, in dem Kalkstein (Calciumcarbonat) zu Branntkalk (Calciumoxid) verarbeitet wird.
    Anlieferung der Rüben

    In dem Südzuckerbetrieb in Offenau werden während der ca. dreimonatigen Kampagne im Minutentakt (außer am Sonntag) rund um die Uhr Zuckerrüben angeliefert. Mit einem Hochdruck-Wasserstrahl werden die Rüben von den Anhängern in den Transportkanal gespült. Die Rüben werden vom Fremdmaterial über einen Steinabscheider getrennt Zuckerrüben, gewaschen und in den Schneidmaschinen zerkleinert. Bei größerer Anlieferungs- als Verarbeitungsgeschwindigkeit – werden Zuckerrüben auch zwischengelagert.

    Die Rübenschnitzel gelangen in einen großen Extraktionsturm in dem mithilfe von warmem Wasser der Zucker herausgelöst wird. Da neben dem Zucker auch noch „unerwünschte“ Stoffe extrahiert werden, muss das Gemisch anschließend noch mehrere Klärungs- und Reinigungsschritten durchlaufen. Dabei erhält man den so genannten Dünnsaft und dann mit zunehmender Konzentrierung durch Eindampfen unter Vakuum Dicksaft, aus dem dann die Zuckerkristalle auskristallisieren. Der Zucker wird nochmals abgeschleudert und der anhaftende Sirup mit Wasser abgewaschen und geht als so genannte “Grundsorte” (EU2-Qualität) vor allem an Großabnehmer wie Schokoladen- und Gebäckfabriken sowie Getränkehersteller. Die Raffinade, die als Haushaltszucker verwendet wird, entsteht nach nochmaligem Lösen und erneutem Auskristallisieren. Beides sind hochreine Produkt.

    Alle Schritte der Zuckergewinnung – von der noch verschmutzten Rübe bis zum abgepackten Puderzucker oder der Raffinade – kann man in einer Zuckerfabrik hautnah und mit allen Sinnen erleben. Es riecht und duftet, es ist draußen kalt und drinnen schwülwarm und laut. Und wenn man will, kann man die Zwischenprodukte auch noch mit dem Geschmackssinn erforschen.

    Wenn mehr Rüben angeliefert werden, als verarbeitet werden können, werden sie zwischengelagert
    Durch beleuchtete Sichtfenster kann man in den Kristallisator sehen, wie im Dicksaft sich allmählich Zuckerkristalle bilden. Der Prozess kann durch “Impfen” mit Puderzucker -Kriställchen eingeleitet und beschleunigt werden
    Die Produktpalette reicht von der Raffinade über den Hagelzucker, den Kandiszucker, den Braunen Zucker, den Zuckerhut, die Zuckerwürfel bis zum Puderzucker…

    Alle Abläufe sind hocheffizient, was den Einsatz von Wasser, Energie, oder Kalk anbelangt: Die Wärme, die bei der Extraktion oder dem Eindicken des Dünnsaftes benötigt wird, ist streng genommen nur die Abwärme aus den Dampfturbinen, welche die Generatoren antreiben, die den Strom für die Zuckerfabrik liefern.
    Die extrahierten und ausgepressten Zuckerschnitzel und die am Ende des Auskristallisationsprozesses anfallende Melasse werden – als Futtermittel – dem landwirtschaftlichen Stoffkreislauf oder anderen Bereichen zugeführt.
    Wir möchten uns auch in diesem Jahr für die tolle Führung bedanken, bei der die Teilnehmer/innen wieder einen intensiven und informativen Einblick in die Zuckergewinnung erhalten haben. Wir hoffen, dass diese Besichtigung auch für die nachfolgenden Chemiekurse angeboten werden kann.