Kategorie: Exkursion

  • Virtuelle Realitäten – Supercomputer – Kernfusion – Weltraumerforschung

    Virtuelle Realitäten – Supercomputer – Kernfusion – Weltraumerforschung

    Die NwT-Schüler/innen der Klassenstufe 10 waren vom 29.1. – 31.1.24 wieder auf wissenschaftlicher Erkundungstour. Bereits zum neunten Mal brachen am Montagmorgen 36 Schüler zur so genannten „NwT-Erkundungsfahrt“ auf und besuchten unterschiedliche Forschungseinrichtungen in München.  Organisiert und begleitet wurde die Fahrt von den NwT-Lehrerinnen Anja Beuchle und Elena Maier.

    An der Erkundungsfahrt teilnehmen können Schüler der Jahrgangsstufe 10, die sich in der 8. Klasse für das Profilkernfach NwT (Naturwissenschaft und Technik) entschieden haben. Sie haben sich demnach in den letzten 3 Jahren schon mit den vielfältigsten naturwissenschaftlichen und technischen Problemen auseinandergesetzt und dabei viele Erkenntnisse gewonnen und Fertigkeiten erlangt; bspw. beim Programmieren von Microcontrollern, beim technischen Zeichnen und bei der Verwendung von 3-Druckern, bei der Durchführung von Analyse- und Produktionsverfahren, beim Bau von Kränen, bei der Auswertung von Messergebnissen u.v.m.

    Erstes Ziel der Fahrt war das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) und dessen Supercomputer. Da die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen immer komplexer wird, Problemstellungen und Lösungsansätze zunächst oft simuliert werden müssen und dabei riesige Datenmengen anfallen, die ausgewertet werden müssen, hat das Hochleistungsrechnen in den vergangenen Jahren u.a. in der Wissenschaft an großer Bedeutung gewonnen. Diese extrem anspruchsvollen, umfangreiche und komplexe Rechenanwendungen, die auch ein Vielfaches an Speicherkapazität erfordern, können von „normalen“ Computern nicht mehr durchgeführt werden. Auch hier konnte die Gruppe nach einem sehr interessanten Vortrag über die Verwendung und Einsatzmöglichkeiten eines Supercomputers, diesen auf einem Rundgang live besichtigen.

    Bilder rechts: im Virtualisierungslabor

    Parabelrutschen im Atrium des Institutsgebäude für Mathematik und Informatik der Technischen Universität München (Mittagspause

    Am 2. Tag besichtigte die Gruppe zunächst das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP). Hier wird seit den 60er-Jahren an der Kernfusion geforscht. Dabei möchten die Physiker das “Feuer der Sonne” auf die Erde holen: in einer Brennkammer, in der die Fusions-Brennstoffe Tritium und Deuterium bei 100 Millionen Grad Kelvin durch entsprechend geformte Magnetfelder eingeschlossen sind, sollen diese zu Helium verschmelzen (fusionieren) und dabei erhebliche Mengen an Energie freisetzen und so die Energieproblematik umweltschonend lösen.

    Die Gerlinger Besucher/innen erhielten zunächst einen sehr spannenden Vortrag über die Grundlagen der Kernfusion und deren mögliche technische Realisierung in Form eines Kernfusionskraftwerkes. Da an unserem Besuchstag grade am dort aufgebauten Großexperiment ASDEX upgrade nicht experimentell gearbeitet wurde, konnten wir im Anschluss die Experimentierhalle selbst besichtigen. Wenn die Anlage in Betrieb ist (jährlich werden etwa 1000 Experimente durchgeführt), kann die Experimentierhalle wegen der dort auftretenden Strahlung nicht betreten werden.

    Großexperiment zur Kernfusion: ASDEX upgrade

    Am Nachmittag konnten sich die SchülerInnen in Kleingruppen selbständig und je nach persönlichen Vorlieben und Interessen im Deutsches Museum zu unterschiedlichen Themen informieren.

    Letzter Programmpunkt am 3. Tag war die Besichtigung der ESO (european southern observatory), der europäischen Südsternwarte. Die ESO ist ein europäisches Forschungsinstitut, das Teleskope in Chile betreibt. Mithilfe dieser Teleskope wurden schon viele spektakuläre Entdeckungen gemacht. Bspw. wurden Beweise für die Existenz eines schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße gefunden und es konnte gezeigt werden, dass die Expansionsgeschwindigkeit des Universums zunimmt. Der Rundgang durch die Ausstellung wurde mit einer Planetariumsvorstellung abgerundet. Jede/r kann sich übrigens bei der ESO mit interessanten Forschungsideen für eine Teleskopnutzung in Chile bewerben – vielleicht wolltet ihr ja schon immer einmal in die Sterne schauen und eine weltbewegende Idee überprüfen 😊.

    ESO – ein Teleskop in Chile
    Gruppenbild vor der Europäischen Sternwarte ESO
    Gruppenbild vor dem LRZ

    Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen Personen, die uns diese spannenden Einblicke durch tolle Führungen und sehr interessante Vorträge ermöglicht haben, bedanken.

    Anja Beuchle

  • Zu Besuch bei den Riesen

    Zu Besuch bei den Riesen

    Ein Bericht von J.D. und M.H.

    Seit Beginn der K2 steht das Thema Basketball für den Sport-Basiskurs bei Herrn Mayer auf dem Plan. Für die Schüler geht es dabei unter anderem darum, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Wo, wenn nicht von den Profis lernt man das am Besten? Nach kurzer Umfrage stand fest: nahezu der ganze Kurs wird das Basketballspiel in Ludwigsburg am 20.12.23 besuchen. Um 20:00 Uhr war es dann soweit, der Kurs inklusive Herr Mayer und weiteren interessierten Lehrern hatte sich vorfreudig vor der MHP Arena in Ludwigsburg zusammengefunden. In einer halben Stunde sollte das Gruppenspiel der Championsleague zwischen den MHP Riesen und AEK Athen beginnen. Dank des schnellen Einlasses vor der Hall, konnte man beiden Teams von unseren Plätzen, welche  sich hinter dem Korb, etwas über den ,,Ultras‘‘ der Riesen befanden, noch beim Aufwärmen zuschauen. Durch die ,,Ultras‘‘ elektrisiert, feuerten alle die MHP Riesen erst recht lautstark an, auch wenn die mitgereisten Auswärtsfans des AEK Athens ebenfalls stark dagegenhielten. Diese grandiose Stimmung wurde durch den spannenden Spielverlauf zusätzlich angeheizt. Zur Halbzeit stand es dann 35:38. Allen war bewusst: Ein Sieg ist noch machbar. Gegen Ende des Spiels bauten die MHP Riesen zunächst einen soliden Abstand zu ihren Gegnern auf. In den Schlussminuten kämpfte sich AEK Athen jedoch bis auf knappe 4 Punkte Unterschied heran, nichts für schwache Nerven!!! Doch der Sieger stand fest, mit 83:79 bezwangen die Riesen AEK Athen. Die Freude in der Halle war groß, denn beide Teams ziehen in die K.O.-Phase ein. Ein Teil des Sportkurses ging nach Ende des Spiels noch an den Spielfeldrand, dort konnten die Zuschauer die Stars abklatschen und Fotos mit ihnen machen. Mehr oder weniger durch Zufall befand sich die Gruppe nun zwischen ,,Ultras‘‘ und den Spielern, stimmten aber auch hier wieder sofort in die Fangesänge mit ein, als der Sieg gemeinsam bejubelt wurde. Alles in allem definitiv ein denkwürdiger und emotionaler Abend mit einem Highlight zum Schluss, trotz komplizierter Rückfahrt aus Ludwigsburg mit der Deutschen Bahn.

  • Eine süße Exkursion

    Eine süße Exkursion

    Bilder und Bericht: A. Beuchle, R. Müller

    Am Dienstag war es nach der langen Coronaphase endlich wieder soweit – die 3- und 5-stündigen Chemiekurse K1 und K2 am Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen brechen mit ihren beiden ChemielehrerInnen A. Beuchle und R. Müller zu ihrer gemeinsamen Exkursion nach Offenau bei Heilbronn auf. Hier steht eine der Zuckerfabriken der Südzucker AG. Dieser Besuch gehört seit Jahren zum festen Programm der Oberstufen-Chemiekurse.
    Es gibt wenig Besuchsziele, bei denen man so intensiv den Weg eines Produktes verfolgen kann wie bei der Zuckergewinnung aus der Zuckerrübe. Dabei erfährt man sehr schnell, dass die Zucker-”Fabrik” eigentlich keine Fabrik im Sinne von “Zucker herstellen” ist. Der Zucker ist schließlich schon fix und fertig in der Rübe enthalten, sondern eher eine “Zuckergewinnungsanlage”.

    Im Bild rechts sieht man, wie durch den Kamin der Wasserdampf abzieht, der beim Trocknen der Zuckerrübenschnitzel entsteht. Rechts daneben der Schachtofen, in dem Kalkstein (Calciumcarbonat) zu Branntkalk (Calciumoxid) verarbeitet wird.

    Rübenanlieferung
    Die Rüben werden mit einem starken Wasserstrahl von den Ladeflächen der LKW und Anhänger gespritzt.

    In dem Südzuckerbetrieb in Offenau werden während der ca. dreimonatigen Kampagne im Minutentakt (außer am Sonntag) rund um die Uhr Zuckerrüben angeliefert. Mit einem Hochdruck-Wasserstrahl werden die Rüben von den Anhängern in den Transportkanal gespült. Die Rüben werden vom Fremdmaterial über einen Steinabscheider getrennt Zuckerrüben, gewaschen und in den Schneidmaschinen zerkleinert. Bei größerer Anlieferungs- als Verarbeitungsgeschwindigkeit – werden Zuckerrüben auch zwischengelagert (Bild unten).

    Die Rübenschnitzel gelangen in einen großen Extraktionsturm in dem mithilfe von warmem Wasser der Zucker herausgelöst wird. Da neben dem Zucker auch noch „unerwünschte“ Stoffe extrahiert werden, muss das Gemisch anschließend noch mehrere Klärungs- und Reinigungsschritten durchlaufen. Dabei erhält man den so genannten Dünnsaft und dann mit zunehmender Konzentrierung durch Eindampfen unter Vakuum Dicksaft, aus dem dann die Zuckerkristalle auskristallisieren. Durch beleuchtete Sichtfenster kann man in den Kristallisator sehen (Bild rechts), wie im Dicksaft sich allmählich Zuckerkristalle bilden. Der Prozess kann durch “Impfen” mit Puderzucker-Kriställchen eingeleitet und beschleunigt werden. Der Zucker wird nochmals abgeschleudert und mit Wasser abgespritzt und geht als so genannte “Grundsorte” vor allem an Großabnehmer wie Schokoladen- und Gebäckfabriken sowie Getränkehersteller. Die Raffinade, die als Haushaltszucker verwendet wird, entsteht nach nochmaligem Lösen und erneutem Auskristallisieren und ist ein hochreines Produkt. Rechts sieht man die zum Teil kontinuierlich, zum Teil in Chargen arbeitenden Zentrifugen, die den Sirup von den Zuckerkristallen trennen.

    Alle Schritte der Zuckergewinnung – von der noch verschmutzten Rübe bis zum abgepackten Puderzucker oder der Raffinade – kann man in einer Zuckerfabrik hautnah und mit allen Sinnen erleben. Es riecht und duftet, es ist draußen kalt und drinnen schwülwarm und laut. Und wenn man will, kann man die Zwischenprodukte auch noch mit dem Geschmackssinn erforschen.

    Alle Abläufe sind hocheffizient, was den Einsatz von Wasser, Energie, oder Kalk anbelangt: Die Wärme, die bei der Extraktion oder dem Eindicken des Dünnsaftes benötigt wird, ist streng genommen nur die Abwärme aus den Dampfturbinen, welche die Generatoren antreiben, die den Strom für die Zuckerfabrik liefern.
    Die extrahierten und ausgepressten Zuckerschnitzel und die am Ende des Auskristallisationsprozesses anfallende Melasse werden – als Futtermittel – dem landwirtschaftlichen Stoffkreislauf zugeführt.
    Wir möchten uns auch in diesem Jahr für die tolle Führung bedanken, bei der die Teilnehmer/innen wieder einen intensiven und informativen Einblick in die Zuckergewinnung erhalten haben. Wir hoffen, dass diese Besichtigung auch für die nachfolgenden Chemiekurse angeboten werden kann.


    Bild rechts: die Produktpalette reicht von der Raffinade über den Hagelzucker, den Kandiszucker, den Braunen Zucker, den Zuckerhut, den Gelierzucker, die Zuckerwürfel bis zum Puderzucker…

  • Sprachreise nach Barcelona – Klasse 10

    Sprachreise nach Barcelona – Klasse 10

    Unsere Zeitrechnung bei dieser Sprachreise beginnt am 24. September 2023, als sich der Spanischkurs von Frau Nin Ramon mit Herrn Meier und Frau Nin Ramon am Flughafen trifft. Enthusiastisch und voller Vorfreude beginnt dann die Reise. Kurz vor eins in den Flieger setzen und losfliegen, um 15 Uhr landen und Gepäck abholen, mit der U-Bahn zur Hostel fahren und Gepäck abladen.
    Daraufhin ging es für uns in die Stadt, um erste Eindrücke von der Stadt zu bekommen. Empfangen wurden wir am Plaza de Cataluña von einer riesigen Menschenschar, welche sich um mehrere 3 Meter große, auf Stelzen laufende, als Könige, Adelige und Heilige verkleidete Menschen tummelte. An der großen Menschenmasse vorbei gings durch die Stadt weiter zum Port Vell, wo wir zu Abend aßen mit einem großartigen Blick auf die Bucht. Nach dem Abendessen ging es dann mit guter Laune zurück zum Hostel. Der Abend ging dann entspannt um halb eins zu Ende.
    Am darauffolgenden Tag ging es zum Playa de la Barceloneta, wo man schwimmen oder einfach ein bisschen am Strand entlanglaufen konnte. Nach dem Mittagessen ging es für die Gruppe erneut durch die Stadt Richtung Sagrada Familia, wo wir eine äußerst interessante Führung hatten. An diesem und auch an allen folgenden Tagen wurde das Licht so gegen ein Uhr ausgemacht.
    Jedenfalls ging es am nächsten Tag zum Parc Güell, davor jedoch hatten wir auch zum ersten Mal Unterricht, welcher oftmals aus müden Schüler und Schülerinnen und einer sehr freundlichen und motivierten Lehrerin bestand, was aber nicht unbedingt schlimm war. Jedenfalls ging es nach dem Unterricht zum Parc Güell, bei welchem man von ganz oben einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt, die Sagrada Familia und natürlich das Meer hatte.
    Ich persönlich würde den Parc Güell auf jeden Fall weiterempfehlen.
    Den folgenden Vormittag verbrachten wir wieder im Unterricht, ehe die Klasse zum Mittagessen zur Arenas de Barcelona ging. Das ist die ehemalige Stierkampfarena, welche jetzt eine Einkaufshalle ist. Mit wohlgenährten Bäuchen fuhr die Gruppe anschließend nach Sitges. Sitges ist ein schönes Städtchen am Wasser mit einigen Läden für Touristen und einem, zwar kleinen, aber schönen Strand und, wie es nicht anders zu erwarten war, warmem glasklarem Wasser. Auch in Sitges wurde der Tag mit tollem Essen und einem wundervollen Sonnenuntergang beendet.
    Und dann kam auch schon der letzte Tag. Der Unterricht in der Schule hat, wie eigentlich immer, großen Spaß gemacht. In der Arenas de Barcelona noch kurz was essen, dann ging es auch schon Richtung Flughafen, wo man übermüdet noch etwas essen konnte, bevor es Richtung Heimat ging.
    N. O.

    Strandpromenade Barcelona
    Das Innere der Sagrada Familia
    Der Playa de Sitges
  • Austausche im Herbst

    Austausche im Herbst

    Herbstzeit ist Austauschzeit – viele Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 und der Kursstufe nehmen an den  Austauschprogrammen unserer Schule teil.

    Budapest: Schon in der zweiten Schulwoche fuhr eine Gruppe K1-Schüler nach Budapest und verbrachte eine Woche bei den ungarischen Austauschpartnern unserer Partnerschule, dem Josef-Eötvös-Gymnasium. Die ungarische Gastfreundschaft und die Metropole Budapest beeindruckten unsere Schüler. Der Gegenbesuch der Ungarn findet vom 30.09. bis zum 06.10.2023 statt. Den Austausch führen in diesem Jahr Kristina Gimber und David Schaebs durch. In Gerlingen ist ein abwechslungsreiches Programm inkl. zweitägigem Ausflug nach Nürnberg geplant.

    Barcelona: Die Spanisch-Gruppen der Jahrgangsstufe 10 sind Ende September für fünf Tage in Barcelona, um Land und Leute kennenzulernen und das eigene Spanisch zu verbessern. Geleitet wird die Sprachfahrt von Matthias Meier und Nuria Nin-Ramon.

    Israel: Vom 11.-23.10. findet der zweite Teil des Israel-Austauschs statt: 15 Teilnehmer der Klassenstufen K1 und K2 fliegen nach Israel zu unserer Partnerschule Har V’Gai in Dafna (Region Oberes Galiläa). Im vergangenen Oktober waren die Israelis bei uns in Gerlingen zu Gast. Auf deutscher Seite leiten Erik Bohnenstingl und Eberhard Kleinmann den Austausch.

    Halle (Saale): Auch der 2-D-Austausch in der Klasse 10 wird Anfang Oktober nach einigen Jahren wieder durchgeführt. Anja Beuchle und Markus Ciapura organisieren das Programm mit einem zeitgeschichtlichen Schwerpunkt, das der deutsch-deutschen Verständigung dient – keine Selbstverständlichkeit, wie gerade die öffenltichen Debatten der vergangenen Wochen und Monate zeigen.

    Austausche und Ausfahrten werden vom Förderverein PRO und auch von der Stadt Gerlingen unterstützt – dafür einen herzlichen Dank!

  • Bildungspartnerschaft mit Endress+Hauser Conducta

    Bildungspartnerschaft mit Endress+Hauser Conducta

    Erster Tag: Endress+Hauser Conducta zu Besuch im Robert-Bosch-Gymnasium Gerlingen

    10. Juli 2023, Montag

    Das Unternehmen Endress + Hauser Conducta stellt für nahezu alle erdenklichen Messgrößen im Bereich der Flüssigkeitsanalyse Sensoren und Messgeräte sowie Probennehmer her. Gemessen werden können zum Beispiel die Temperatur, die Durchflussmenge, der pH-Wert, die Trübung, die Dichte, die Leitfähigkeit, der Gehalt an verschiedenen Inhaltsstoffen (zum Beispiel Chlor, Sauerstoff, Ammonium-, Nitrat- und Phosphat-Ionen, u.v.m..

    Das Robert-Bosch-Gymnasium führt im aktuellen Schuljahr bereits zum achten Mal sein Bildungspartnerschaftsprojekt mit Endress + Hauser Conducta durch. Daran teilnehmen können Schüler/innen der Klassenstufe 10, die im naturwissenschaftlichen Profil das Fach NwT gewählt und sich mit analytischen Messverfahren beschäftigt haben. Von Unternehmensseite her organisierten Frau Blank und Herr Albert das Programm.

    Das Projekt besteht immer aus drei Teilen. Am ersten Tag des Projektes wird die Geschichte, die Organisationsstruktur, sowie das Produktspektrum und die Entwicklungs-, Produktions- und Verkaufsstandorte des Unternehmens vorgestellt. Außerdem erhalten die Schüler/innen Informationen über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der Conducta.

    Herr Albert, Herr Baun und Frau Blank (v.l.n.r.) führten das Projekt von Seiten des Unternehmens mit uns durch. Für das RBG betreut Anja Beuchle die Bildungspartnerschaft.

    Herr Albert, Herr Baun und Frau Blank (v.l.n.r.) führten das Projekt von Seiten des Unternehmens mit uns durch.
    Zweiter Tag: Das Robert-Bosch-Gymnasium zu Besuch in der Kläranlage Leonberg
    Messelektronik im Einsatz
    Probennehmer
    Trübungsmessung
    Die NWT-Gruppe in der Kläranlage, im Hintergrund die Faultürme

     11. Juli 2023, Dienstag

    Am Dienstagvormittag stand für die Schüler/innen die „zweite Runde“ in der Bildungspartnerschaft mit Endress+Hauser und damit der Einsatz der Mess- und Probeentnahmetechnik vor Ort bzw. in der Leonberger Kläranlage auf dem Programm. Es ist aus mehreren Gründen wichtig, dass Kläranlagen genaue Messgeräte zur Verfügung zu haben: das Wasser, das die Kläranlage verlässt, ist zum einen genauen Richtlinien unterworfen. Zum anderen ist es natürlich für den Betreiber ungemein wichtig, auf bedenkliche ankommende Verunreinigung zeitnah reagieren zu können. Darüber hinaus ist es für den Betreiber auch von Interesse, wie viel Wasser mit welchem Aufwand gereinigt werden muss, da sich daraus auch die Abrechnungskosten für die Kommunen ergeben.

    Alle Bedürfnisse können durch von Endress+Hauser entwickelten Geräte gedeckt werden. Zum einen messen Probeentnahmegeräte am Anfang, wie viel Abwasser mit welcher Belastung in die Kläranlage gelangt, andere am Ende der Kläranlage, mit welcher Qualität es diese wieder verlässt.  Außerdem werden über die einzelnen Klärstufen hinweg verteilt in regelmäßigen Abständen Probe entnommen und auf die Inhaltsstoffe, wie z. B. Nitrationen-, Ammoniumionen- und Sauerstoffgehalt und einiges mehr, untersucht.

    In Kläranlagen erfolgt die Reinigung in mehreren Stufen. Die erste Stufe bildet die mechanische Klärung. Rechen halten dabei grobes Material und Abfälle zurück. Im Sandabsatzbecken lagern sich schwere Bestandteile ab. Fette, aber auch Gemische wie Erdöl oder Benzin, die Stoffe mit einer geringeren Dichte als Wasser beinhalten, schwimmen hier an der Wasseroberfläche und können abgeschöpft werden. In einem nachgeschalteten Vorklärbecken sinken schließlich auch noch fein verteilte Schwebstoffe zu Boden und bilden den so genannten Primärschlamm.

    Bild: Gruppenbild in der Kläranlage (Faultürme im Hintergrund)

    An dieser Stelle gabelt sich der weitere Verlauf – der Primärschlamm wird zusammen mit dem anderen Klärschlamm, der anfällt in den Faulturm transportiert und mit Hilfe von Bakterien  zu Methangas umgesetzt. Das Methangas wird in zwei Blockheizkraftanlagen energetisch weiterverwendet.

    Das von allen gröberen und feineren Verunreinigungen gereinigte Abwasser gelangt im 2. Schritt in die biologische Klärung. Hier laufen Vorgänge wie bei der Selbstreinigung von Gewässern ab, nur viel schneller. Im Belüftungsbecken bauen verschiedene Bakterienstämme unter ständiger Sauerstoffzufuhr den größten Teil der im Abwasser enthaltenen Schmutzstoffe ab. Ziel ist es hier u. a. alle Stickstoffverbindungen so umzuwandeln, dass diese keine Wirkung mehr als Düngemittel besitzen

    In der dritten Stufe, der chemischen Klärung, können Schadstoffe die in den vorangegangenen Stufen nicht abgebaut werden konnten, z. T. durch Zusatz von Fällungsmitteln entfernt werden.

    Die Leonberger Kläranlage besitzt sogar noch eine vierte Reinigungsstufe und kann daher Verunreinigungen im Abwasser noch weiter entfernen.

    Dritter Tag: Das Robert-Bosch-Gymnasium zu Besuch bei Endress+Hauser Conducta in Gerlingen

    12. Juli 2023, Mittwoch

    Am Mittwochmorgen versammelten sich die Schüler/innen im Gebäude unserer Partnerfirma Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG in Gerlingen. Einerseits dürfen die Teilnehmer/innen schon traditionsgemäß die Produktion besichtigen, andererseits führen sie an den von Endress+Hauser Conducta gebauten Messumformern selbst Messungen in Flüssigkeiten durch. Betreut wurden die Schüler/innen im Messpraktikum von Herrn Peter und Frau Endres.

    Endress + Hauser Conducta ist wohl einer der wenigen deutschen Messtechnikhersteller, der seine Elektronikproduktion nicht ins Ausland verlagert hat. Im Gerlinger Gewerbegebiet produziert die Firma die Messwertumformer und Probeentnahmeautomaten. Die hoch automatisierte Fertigung verteilt sich auf zwei Etagen der Produktionshalle; da die elektronischen Bauteile heute immer kleiner werden, sind sie auch zunehmend empfindlich, besonders auch gegenüber elektrischen Entladungen. Die Schüler/innen mussten sich daher vor Betreten der Räume erst einmal entsprechend einkleiden: mit einem weißer Labormantel, der zum Ableiten elektrostatischer Ladungen Carbonfasern eingewebt hat und mit einem Erdungsband, das in einen Schuh eingelegt und mit der Schuhsohle verklebt wird.

    Nach der Betriebsführung und einer kurzen Pause, in der die Schüler/innen mit Getränken und  Gebäck versorgt wurden, ging es mit dem Messpraktikum weiter (Bilderserie rechts). An acht Stationen, an denen Messumformer der Serie Liquiline mit unterschiedlichen Messsonden bereitstanden, führten die Teilnehmer/innen, nach einer theoretischen Einleitung in das Messprinzip der jeweiligen Messgröße und in die Messtechnik des jeweiligen Sensors, selbst Trübungs-, Leitfähigkeits- und pH-Wert-Messungen an Flüssigkeiten durch.

    Im Anschluss an das Praktikum war die Gruppe noch zum Mittagessen in die Firmenkantine im obersten Stockwerk des modernen Firmengebäudes eingeladen. 

    Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei den Verantwortlichen von Endress und Hauser Conducta für dieses Bildungspartnerschaftsangebot, vor allem aber bei Frau Blank, Herrn Albert, Herrn Peter und Frau Endres für die – wie gewohnt – tolle und sehr interessante Umsetzung dieses Projektes.

    Führung der Gruppe durch das Unternehmen
    Messpraktikum in Laborkleidung
  • Vive Paris! Vive la France!! Vive l’amitié franco-allemande !!!

    Vive Paris! Vive la France!! Vive l’amitié franco-allemande !!!

    Paris-Austausch 2023

    Die Letzten, die in den Genuss eines Paris-Austausches gekommen sind, stecken gerade im Abitur. Und somit kann man wohl zu Recht sagen: endlich! Endlich einmal wieder Paris!

    Nachdem 21 Schülerinnen und Schüler der Klassen 8a-d im März ihre Austauschpartner des Collège Alphonse Daudet in Gerlingen empfangen konnten, waren sie nun selbst an der Reihe mit ihren Französischlehrern Andreas Berger und Sandra Werner  eine Woche lang Paris zu entdecken.

    Eine Woche um Neues zu sehen, zu hören und zu riechen; eine Woche um die Sprachkenntnisse zu testen, eine Woche um Spaß zu haben und um zu lernen, ohne es zu merken.

    Klassische Sehenswürdigkeiten wie „Notre Dame“, Sacre Coeur“, „Centre Pompidou“ oder „Arc de Triomphe“ standen ebenso auf dem Programm wie eher nicht so Bekanntes („Château de Vincennes“, Blumenmarkt).

    Zum Glück waren wir nicht durch Streiks eingeschränkt und so konnten wir unsere Erlebnisse alle zu Fuß, auf den „Vedettes de Paris“ (Seineschifffahrt), oder mit der Métro bewältigen.

    Was wird in Erinnerung bleiben? Sind es die Stadtralleys um Montmartre oder auf den Champs Élysées? Die Piques-Niques im Jardin des Tuilleries oder im Square du Vert Galant? Der Unterricht oder die Kantine im Collège Alphonse Daudet? Ist es die Abschlussparty oder das Leben in den Gastfamilien? Alésia? – Alésia. (insider)

    Vielleicht sind es die tausende von Selfis, die mit Freude auf Paris zurück blicken lassen, vieleicht die täglichen Tagebuchaufzeichnungen oder aber auch die Erinnerungen die einem ganz persönlich im Gedächtnis bleiben werden (frei nach Antoine de Saint-Exupéry: Nicht mit Bildern sondern mit dem Herzen erinnern wir uns an diese Stadt.)

    Möge diese Reise das Interesse an Paris weiterhin gefördert haben und möge es im kommenden Schuljahr wieder einen Paris-Austausch geben.

    Vive Paris! Vive la France!! Vive l’amitié franco-allemande !!!

  • Von Fusionsreaktoren über Supercomputer bis zur Weltraumerforschung

    Von Fusionsreaktoren über Supercomputer bis zur Weltraumerforschung

    Nach der langen Corona-Phase war es endlich wieder soweit – die NwT-Schüler/innen der Klassenstufe 10  waren vom 2.5. – 4.5.23 wieder auf wissenschaftlicher Erkundungstour. Bereits zum achten Mal brachen am Dienstagmorgen 37 Schüler/innen zur so genannten „NwT-Erkundungsfahrt“ auf und besuchten unterschiedliche Forschungseinrichtungen in München.  
    An der NWT-Erkundungsfahrt teilnehmen können Schüler/innen der Jahrgangsstufe 10, die sich in der 8. Klasse für das Profilkernfach NwT (Naturwissenschaft und Technik) entschieden haben. Diese Schüler/innen haben sich demnach in den letzten 3 Jahren schon mit den vielfältigsten naturwissenschaftlichen und technischen Problemen auseinandergesetzt und dabei viele Erkenntnisse gewonnen und Fertigkeiten erlangt; bspw. beim Programmieren von Microcontrollern, beim technischen Zeichnen und bei der Verwendung von 3-Druckern, bei der Durchführung von Analyse- und Produktionsverfahren,  beim Bau von Kränen, bei der Auswertung von Messergebnissen u.v.m. Organisiert und begleitet wurde die Fahrt von den NwT-Lehrerinnen Anja Beuchle, Sabrina Junge und Elena Maier.

    Parabelrutschen im Atrium des Institutsgebäude für Mathematik und Informatik der Technischen Universität München (Mittagspause)

    Erstes Ziel der Fahrt war das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP). Hier wird seit den 60er-Jahren an der Kernfusion geforscht. Dabei möchten die Physiker das “Feuer der Sonne” auf die Erde holen: in einer Brennkammer, in der die Fusions-Brennstoffe Tritium und Deuterium bei 100 Millionen Grad Kelvin durch entsprechend geformte Magnetfelder eingeschlossen sind, sollen diese zu Helium verschmelzen (fusionieren) und dabei erhebliche Mengen an Energie freisetzen und so die Energieproblematik umweltschonend lösen. Die Gerlinger Besucher/innen erhielten zunächst einen sehr spannenden Vortrag über die Grundlagen der Kernfusion und deren mögliche technische Realisierung in Form eines Kernfusionskraftwerkes. Da an unserem Besuchstag grade am dort aufgebauten Großexperiment ASDEX upgrade nicht experimentell gearbeitet wurde, konnten wir im Anschluss die Experimentierhalle selbst besichtigen. Wenn die Anlage in Betrieb ist (jährlich werden etwa 1000 Experimente durchgeführt), kann die Experimentierhalle wegen der dort auftretenden Strahlung nicht betreten werden.

    ASDEX upgrade (Experimentieranlage zur Kernfusion)

    Am 2. Tag besichtigte die Gruppe zunächst das Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (LRZ) und dessen Supercomputer. Da die Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen immer komplexer wird, Problemstellungen und Lösungsansätze zunächst oft simuliert werden müssen und dabei riesige Datenmengen anfallen, die ausgewertet werden müssen, hat das das Hochleistungsrechnen in den vergangenen Jahren u.a. in der Wissenschaft an großer Bedeutung gewonnen. Diese extrem anspruchsvollen, umfangreiche und komplexe Rechenanwendungen, die auch ein Vielfaches an Speicherkapazität erfordern, können von „normalen“ Computern nicht mehr durchgeführt werden. Auch hier konnte die Gruppe nach einem sehr interessanten Vortrag über die Verwendung und Einsatzmöglichkeiten eines Supercomputers, diesen auf einem Rundgang live besichtigen.

    LRZ Gruppenbild

    Am Nachmittag konnten sich die SchülerInnen in Kleingruppen selbständig und je nach persönlichen Vorlieben und Interessen im Deutsches Museum zu unterschiedlichen Themen informieren.

    Letzter Programmpunkt am 3. Tag war die Besichtigung der ESO (european southern observatory), der europäischen Südsternwarte. Die ESO ist ein europäisches Forschungsinstitut, das Teleskope in Chile betreibt. Mithilfe dieser Teleskope wurden schon viele spektakuläre Entdeckungen gemacht. Bspw. wurden Beweise für die Existenz eines schwarzen Lochs im Zentrum unserer Milchstraße gefunden und es konnte gezeigt werden, dass die Expansionsgeschwindigkeit des Universums zunimmt. Die sehr informative Führung wurde mit einer Planetariumsvorführung abgerundet. Jede/r kann sich übrigens bei der ESO mit interessanten Forschungsideen für eine Teleskopnutzung in Chile bewerben – vielleicht wolltet ihr ja schon immer einmal in die Sterne schauen und eine weltbewegende Idee überprüfen 😊.

    ESO

    Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei allen Personen, die uns diese spannenden Einblicke durch tolle Führungen und sehr interessante Vorträge ermöglicht haben und natürlich bei PRO für die großzügige Unterstützung dieser Fahrt, bedanken.

  • Alle Neuner in England

    Alle Neuner in England

    Nach langer Vorfreude fand vergangene Woche die Englandfahrt der 9. Klassenstufe statt. Am Sonntag ging es, nach langem Ausschlafen *hust*, um 4Uhr morgens los. Bereits nach 10h Busfahrt bemerkte man bei allen die Auswirkungen einer so langen Reise, viel Karaoke und eine generell aufgedrehte Stimmung. Nach einer 16 stündigen Fahrt, durch Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich und schließlich durch den Eurotunnel nach England, kamen wir in Worthing (bei Brighton) an. Die Spannung wuchs in Erwartung auf das erste Kennenlernen mit den Gastfamilien. Vom klassischen “Nice to meet you!“ bis hin zum “Hey, no worries, I‘m not a murderer,“ war alles dabei, bis auf wenige Ausnahmen waren die Familien jedoch sehr offen, hilfsbereit und freundlich.

    Am nächsten Morgen ging es mit einer Erkundungstour in Worthing los. Dort konnten wir, nach einem gemeinsamen Besuch des Piers, selbstständig durch die Straßen und Läden ziehen. Dann fuhren wir nach Brighton, eine bekannte Stadt an der Küste Englands und erfuhren durch eine Führung noch mehr über ihre Historie. Die Tour meisterten wir trotz strömendem Regen, Kälte und eisigem Wind (typisch englisches Wetter, mit dem wir auch in den nächsten Tagen noch konfrontiert werden sollten) und sahen den Brighton Palace Pier, den abgebrannten West Pier und liefen durch die brühmten Gassen “The Lanes“, zum Churchill Square (einem Einkaufszentrum) bis unsere Führung am Royal Pavilion ein Ende fand.

    Tag 2 begann mit der Busfahrt nach London, die wir mit bspw. Uno spielen verbrachten. Wir parkten bei der beeindruckenden O2-Arena und fuhren mit der Tube in die Innenstadt. Als wir aus der Undergroundstation kamen, hatten wir direkt den perfekten Blick über die Themse auf das London Eye und nach einem Blick über die Schulter auch auf Big Ben. Es war ein einzigartiger Moment!

    An der Downing Street machten wir Fotos von diversen Leuten, die wichtig aussahen es aber wahrscheinlich nicht waren, da die Security Leute diese nach dem Tor direkt wieder verließen. Wir machten Bilder mit einem Reiter vor dem Horse Guards Building und liefen durch den St. Jame’s Park zum Buckingham Palace. Dort trafen wir direkt eine andere deutsche Klasse, allerdings aus Schleswig-Holstein. Da der Union-Jack über dem Palast wehte, haben wir, zumindest im übertragenen Sinne, zusammen mit King Charles lll die Tea-Time verbracht. In Gruppen besuchten wir anschließend Chinatown oder das Luxus-Kaufhaus “Harrods“. Nach Freizeit am Oxford Circus wurden wir Teil des abendlichen Londoner Tube-Wahnsinns. Zerquetscht und geschafft, aber glücklich, kamen wir wieder am Bus an.

    Tag 3 verbrachten wir in der historischen Hafenstadt Portsmouth. Nach einem idyllischen Strandbesuch bei bestem Wetter *hust hust* besichtigten wir das Portsmouth Museum and Art Gallery und nach exzessivem Outlet-Shopping sahen wir die Stadt aus der Vogelperspektive. Der Spinnaker Tower ermöglichte den Blick auf die Stadt aus über 100 Metern Höhe. Dort entstanden lustige Bilder, auch mit den Lehrern.

    In unseren letzten Tag starteten wir mit Aufbruchsstimmung, da wir uns bereits morgens von unseren Gastfamilien versabschieden mussten. Den Tag in London genossen wir nochmals in vollen Zügen. Wir liefen durch den Fußtunnel unter der Themse und fuhren mit der DLR zum Jubilee Park, wo wir eine sehr moderne Seite Londons kennenlernten. Mit einem Boot fuhren wir unter der Towerbridge hindurch zum Tower of London. Glücklicherweise wurde niemand von den Bobbys verhaftet und wir liefen über die Towerbridge zur Tube, mit der wir nochmals zum Oxford Circus gelangten. Hier stand heute Souvenir-Shopping ganz oben auf dem Plan. Abends machten wir uns auf den Weg zur Themse und sahen auf dem Weg dorthin London mit all seinen Lichtern und Architektur, New York Vibes inklusive.

    Schließlich, nach aufregenden letzten Tagen, fand unsere Reise ihren Abschluss mit einer nächtlichen Bootsfahrt, die Themse hinunter bis zur O2-Arena. Wir sahen die Sehenswürdigkeiten nochmals beleuchtet und verließen unter ein paar Tränen, gerührt von der Schönheit und den vielen Eindrücken, England.

    Geschafft kamen wir alle, um viele Erfahrungen und Erinnerungen reicher, heil und mehr oder weniger gesund zu Hause an.

    Die Zeit ging viel zu schnell vorbei und wir möchten uns von ganzem Herzen bei allen bedanken, die uns diese Reise ermöglicht haben, besonders bei Karen (unserer Family-Organizerin vor Ort) und den Lehrern, die uns begleitet haben: Fr. Loch, Fr. Niklaus, Fr. Kemmner, Fr. Merkle, Hr. Weber und Hr. Bertet.

    A. O. und E. S. für die 9. Stufe

    Die Gruppe vor der Londoner Skyline
    Worthing: Zielort der Englandfahrt
    Am Strand bei englischem Wetter
    Brighton Pier
    Die Themse mit London Eye
    Tea Time mit Charles III.?
    Spinnaker Tower in Portsmouth
    Tower Bridge
    O2-Arena in London
  • „Lebt das Leben, denn es ist schön“

    „Lebt das Leben, denn es ist schön“

    Zeitzeugengespräch zwischen Günther Jauch und Eva Erben

    Am Freitag, 27.01., dem Holocaust-Gedenktag, besuchte die Kursstufe 2 und die Stufe 9 in der Stuttgarter Liederhalle den Vortrag von Eva Erben, einer Holocaust-Überlebenden. Eingerahmt in Musikbeiträge erzählte Eva Erben im Gespräch mit Günther Jauch über ihre Kindheit im Nationalsozialismus und die Schrecken von Auschwitz. Mit dem Moderator von „Wer wird Millionär“ ist Eva Erben befreundet, seit sie ihn zu einem Aufenthalt nach Israel einlud.

    M.L. und O.L., zwei Schüler der Kursstufe 2, haben die eindrückliche Veranstaltung zusammengefasst:

    Erste Erinnerungen an den Nationalsozialismus:

    Eva Erben wurde 1930 in der Tschechoslowakei geboren und wuchs in Prag auf. Mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1939 kam sie das erste Mal in Berührung mit dem nationalsozialistischen Antisemitismus: sie sah ein Plakat mit einem „hässlichen Mann“ und der Aufschrift „Juden verboten“. Ihr Vater beruhigte das Mädchen: „Das sind nur Rowdys, das geht vorüber“. Man wollte das Geschehen nicht wahrhaben und dachte: „Nazis sind Außerirdische und keine Menschen“. Ab 1939 durften Juden nicht mehr unterrichtet werden, Eva kam nicht in die 4. Klasse und musste Privatunterricht nehmen. Sie erinnert sich daran, wie Männer mit großen langen Mänteln (NS-Offiziere) mit einem Mercedes angefahren kamen und Familie Erben ihren Hund, die Vögel,  Schmuck, Ski, und Möbel abgeben musste. Trotzdem überwog der Optimismus: das Leben in der Tschechoslowakei war von Freiheit geprägt, so dachten viele Juden; man konnte sich Verluste zurückerarbeiten.

    Der Beginn des NS-Terrors: Theresienstadt

    Als neunjähriges Mädchen kam Eva Erben noch 1939 nach Theresienstadt, dort blieb sie bis 1942: das KZ bestand aus 8 große Kasernen, ausgelegt für mehrere tausend Menschen. Später wurde daraus ein Ghetto für 72.000 Menschen, ohne Privatsphäre, ohne Medikamente, mit schlechtem Essen.

    1942 fand die Zwangsdeportation aller Männer unter dem Vorwand statt, sie müssten angeblich ein neues Lager bauen. Tatsächlich wurden sie in Konzentrationslager geschickt. Frauen und Kinder blieben zurück, konnten sich jedoch den Männern freiwillig anschließen. Im Herbst 1944 wurden alle verbliebenen Menschen aus Theresienstadt deportiert. Die Deportation war „menschlich“, d.h. ohne Viehwagen, jedoch waren die Fenster mit Holz zugenagelt.

    An die Ankunft im Vernichtungslager Auschwitz erinnert sich Eva Erben: das Bellen von Hunden und Offizieren, Schreie, Tritte, überall gab es Feuer, in der Umgebung lag ein warmer, süßer Geruch (von den Krematorien), man dachte, man sei am falschen Ort angekommen.

    Die Zeit in Auschwitz

    Die Sortierung
    Zu Müttern wurde gesagt, dass ihre Babies/Kinder bei Abgabe in ein Säuglingsheim kommen. Die Mütter gaben daher ihre Kinder ab. Man wusste nichts von der Vergasung bzw. den Schrecken. Die Babies kamen in einen LKW, kurze Zeit später folgte ein Knall und ein Feuer entflammte, nach der Realisierung stürzten sich viele Mütter voller Verzweiflung gegen den Elektrozaun. Alle unter 18 galten als arbeitsunfähig, Eva war zu dem Zeitpunkt 14 und gab an, sie sei 18, um der sofortigen Vernichtung zu entgehen.

    Nach der Sortierung

    1000 Leute kamen in eine Baracke, es war Herbst: kalt, die Betten zu klein (über 8 Personen pro Bett, das ausgelegt für 2 war). Die Toiletten  waren ein großer Eimer am Ende der Baracke, einen Kilometer lang entfernt und kalt, auf dem Weg dahin stieg Eva mehrfach unwissentlich über Tote.

    Der Tagesablauf
    5:00 Uhr:
    Appell, Massenausflug auf das Klo, dann wurde durchgezählt, es wurde so lang gewartet, bis alle Nummern stimmten (sie stimmten nie), das bedeutete ellenlanges Warten in der Kälte, Leute wurden ohnmächtig.
    „Arbeit“:
    Von A nach B rennen um Steine zu tragen – die Arbeit war von Sinnlosigkeit geprägt. Eines Tages fragte Eva einen NS-Offizier: „Ist das hier eine Fabrik?“ – Der Offizier: „Nein, es ist ein Irrenhaus“.

    Ihre Lebenssituation:

    • Sie suchte, soweit sie das im KZ  konnte, nach dem Vater.
    • Als 14jähriges Mädchen im KZ, doch man weinte nicht.
    • Wut: Warum das Leiden? Wo ist Gott?
    • Verbitterung: Wie konnte das nur passieren?
    • Die eigene  Wut musste man überwinden, es war Glück notwendig zum Überleben, da war das einzige, was zählte, alles andere war nutzlos.
    Die Deportation aus Auschwitz

    Neues Lager:
    Beim Aufbruch aus Auschwitz bekam Eva neue Schuhe. Diese wurden wahllos nach Leuten geschmissen, sie bekam 2 linke Schuhe und wollte sich aus dem Schuhhaufen ein neues (passendes) Paar suchen, daraufhin wurde sie vom NS-Offizier geschlagen, am Ende hatte sie gar keine Schuhe.

    Eines Morgen waren Flugzeuge am Himmel zu sehen, viele Hunde bellten: der Feind – für Eva und die Lagerinsassen die Befreier – rückte näher.

    Der Todesmarsch

    Die KZ-Insassen wurden im Februar und März 1945 zu Fuß Richtung Westen evakuiert, nachts schlief man trotz eisiger Kälte draußen. Man musste 25 – 30 km laufen pro Tag bei Mangelernährung, Krankheiten, Schwäche, etc. Die Anordnung war: Im Wechsel liefen fünf Reihen an Gefangenen und ein Bewacher. Wer sich hinsetzte, sich ausruhte, etc. wurde erschossen, die Leichen wurden liegengelassen. Den dreiwöchigen Marsch überlebten von 2000 Menschen nur 75. Ein Wächter vor ihr (ca. 50 Jahre alt) gab ihr Apfelreste als kleine Geste: das bedeutete für sie als auch für ihre Überlebenschancen viel. Trotz aller Grausamkeiten gab es kleine menschliche Gesten von vereinzelten Wächtern.

    Im Zuge der „Desinfizierung“ von tschechischem Gebiet unter dt. Besatzung starb Evas Mutter. Eva wollte Tod der Mutter nicht akzeptieren.

    Gegen Ende des Todesmarsch kamen die Gefangenen in eine Scheune: Eva war unterkühlt und lag halbtot in einer Ecke der Scheune. Dort war es sehr warm und hat gestunken, durch den Gestank konnten die Spürhunde sie nicht erschnüffeln, sodass sie ganz ungeahnt auf einmal „frei“ war.

    Eva wog zu dem Zeitpunkt ca. 25-28kg; zudem hatte sie Läuse, Krämpfe und konnte nicht richtig atmen, nach ihrer Freilassung lief sie in den Wald in dem sie sich wohlfühlte, zugleich hat sie in dem Wald Gott gespürt.

    Ein Soldat traf sie, er erklärte ihr, dass der Krieg vorbei sei, gab ihr Milch und Kaffee, womit er sie unwillentlich fast umbrachte, da „soviel“Nahrung ihr Körper nicht mehr gewohnt war.

    Später traf sie auf einen anderen Soldaten, der erst das Gewehr auf sie zielte und sie umbringen wollte, diese Versuche wurden von einem anderen jungen Soldaten unterbunden mit der Aussage: „Lass sie in Ruhe, sie stirbt schon von allein.“

    Sie wurde schließlich von den Eltern eines der beiden jungen Soldaten gerettet; junge Soldaten organisierten für Eva unter Angst vor Entdeckung und Hinrichtung Milch, damit wurde sie langsam kräftiger.

    Abschließende Fragen & Weiteres

    In einer Fragerunde mit ausgewählten Schüler konnten diese noch Fragen stellen:

    Über ihre Ehe und Familie: Eva Erben lernte später ihren Mann Peter kennen. Nachdem die beiden eine hitzige Diskussion hatten, wurde sie am gleichen Abend noch schwanger. Eva wollte 6 Kinder, ein Kind sollte dabei symbolisch für 1 Million tote Juden stehen. Peter und Eva hatten letztendlich 3 Kinder.

    Über ihr Verhältnis zu Deutschland und der deutschen Sprache: Eva hat 40 Jahre lang die dt. Sprache und Kultur auf das Äußerste gemieden bis Schweden durch ihre Offenheit sie davon überzeugt haben, wieder Deutsch zu sprechen

    Ihr einprägsamstes Erlebnis während der NS-Zeit? Die Grausamkeit der Menschen

    Wie sieht sie Deutsche heutzutage? Menschen sind anfällig für die „Krankheit“ Antisemitismus, man sollte leben und leben lassen.

    Sollte man alte NS-Verbrecher heutzutage noch verurteilen? Nein, sie haben ihr Leben schon gelebt, man soll sie in Ruhe lassen.

    Die Veranstaltung organisierten Eberhard Kleinmann und Jörg Weber von der Fachschaft Evangelische Religion. Sie wurde unterstützt durch das Programm SCORA, dessen Partnerschule das RBG Gerlingen ist.