Mit diesem Schuljahr 2025/26 wurde das neunjährige Gymnasium (G9) gleichzeitig für die Klassen 5 und 6 eingeführt. Im Interview stellt Schulleiterin Silke Scholz vor, was sich hinter G9 verbirgt und welche Änderungen es konkret gibt.
Was genau heißt „G9“ eigentlich?
G9 bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler wieder (wie bis 2012) in 9 Jahren zum Abitur gelangen. Die Einstiegsklasse in die Oberstufe ist nun wieder die Klasse 11. Die Abiturklassen sind die Klassen 12 und 13.
Was bedeutet das für Eltern, die ihr Kind jetzt am RBG für die Kl. 5 anmelden?
Für die Eltern, die ihre Kinder zum Schuljahr 26/27 am RBG anmelden bedeutet dies, dass ihr Kind voraussichtlich 2035 Abitur macht.
Welche Vorteile sehen Sie in diesem einen zusätzlichen Schuljahr?
Auf dem Weg zum Abitur haben die Kinder wieder ein Jahr mehr Zeit sich zu entwickeln, sich im geschützten Rahmen auszuprobieren und sich zu engagieren. Dies kann innerhalb der Schule geschehen, z.B. für die Klassengemeinschaft, in der SMV für die Schulgemeinschaft oder in der Hausaufgabenbetreuung, vielleicht sogar in der Verantwortung für eine AG. Die Möglichkeit des Erwerbs eines Sprachzertifikats (DELF – Französisch oder Cambridge – Englisch) kann eventuell von einer noch größeren Zahl von Schülerinnen und Schülern genutzt werden. Auch außerhalb der Schule bleibt vielleicht mehr Zeit, sich bspw. in Vereinen und Organisationen zu engagieren. Die Erwartung ist auch, dass durch die Streckung der Unterrichtszeit über 9 Jahre der Leistungsdruck etwas abnimmt. Meine Hoffnung ist zudem, dass die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und die inhaltlichen Anforderungen wieder besser zusammenpassen. Die literarischen Themen im Fach Deutsch oder die Herstellung von Zusammenhängen in den Gesellschaftswissenschaften waren hinsichtlich des Lebensalters der Kinder nicht immer passgenau.
Ändert sich mit dem G9 inhaltlich etwas? Gibt es einen neuen Lehrplan oder neue Fächer?
Das neue G9 wird keine generelle Lehrplanänderung beinhalten. Die Fächer strecken ihre Inhalte, so dass es zu einer wirklichen Entlastung der Schülerinnen und Schüler kommen kann. Insgesamt wird die Unterrichtszeit pro Schuljahr etwas geringer sein als bisher. Trotzdem gibt es auch inhaltliche Veränderungen. Informatik und Medienbildung (IuM) gibt es nun in jedem Schuljahr als Fach, zunächst mit dem Schwerpunkt in der Medienbildung, dann aufsteigend mit einer Verschiebung hin zur Informatik. Unser bisheriges Profilfach NWT wird in Zukunft NIT (Naturwissenschaft-Informatik-Technik) heißen, auch hier nimmt die Informatik also mehr Platz ein. Besonders schön aus meiner Sicht ist, dass es eine ausgewiesene, in der Kontingentstundentafel verankerte Klassenleitungsstunde in den Klasse 5 und 6 gibt.
Warum gibt es am RBG die beliebten Lernbänder nicht mehr?
Hinter jeder Unterrichtsstunde verbirgt sich eine Deputatsstunde für die Lehrkraft. Neben den Pflichtstunden, die in der Kontingentstundentafel vorgeschrieben werden, erhalten die Schulen sogenannte Poolstunden. Solche Stunden wurden am RBG bisher für die Lernbänder verwendet. Nun haben sich sowohl die Anzahl der Poolstunden als auch die Rahmenbedingungen für ihre Verwendung verändert. Somit können die Lernbänder nicht mehr in der gewohnten Weise stattfinden.
Wie genau wird G9 bei uns am RBG umgesetzt? Was sind die 3 wichtigsten Neuerungen?
1.) In Klasse 5 wird in einer weiteren Poolstunde sowohl die Klassengemeinschaft gestärkt werden als auch die Ankunft der ’Neulinge am Gymnasium‘ durch individuelle Gespräche erleichtert werden. Diese Unterrichtsstunde wird mit der Mentoringstunde in Klasse 7 und mit dem Coaching in Klasse 9 in ein Gesamtkonzept eingebunden. Hier sind wir noch an der Namensgebung dran.
2.) In Klasse 6 wird es eine zusätzliche Unterrichtsstunde (Poolstunde) geben, welche die Einführung in naturwissenschaftliche Arbeitsweisen und Experimente zum Inhalt hat.
3.) In Klasse 8 wird es im Sport eine zusätzliche Unterrichtsstunde mit neuem Konzept geben (Poolstunde).






































































