Autor: David Schaebs

  • Neuer Elternbeirat am RBG

    Der Gesamt-Elternbeirat 2024/25 am RBG Gerlingen

    Elternbeirat-Vorsitz 2024-25
  • Pädagogischer Tag: „Künstliche Intelligenz“

    Pädagogischer Tag: „Künstliche Intelligenz“

    Mit KI erstellt (Image Creator Bing) ∙ 17. September 2024, 1:09 PM
    Das Bild wurde mit KI erstellt (Image Creator Bing)

    Am Dienstag, 22.10., fand der diesjährige Pädagogische Tag statt. Das Kollegium bildete sich ganztägig fort zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Schule – Chancen, Einsatzmöglichkeiten, Rahmenbedigungen. Neben Experten trugen auch Eltern sowie Schüler des RBG mit Beispielen für die KI-Nutzung zum Tag bei.

    Im Einführungsvortrag wurde in die Grundlagen von KI und die Entwicklung von Sprachmodellen wie ChatGPT eingeführt. Neben den Chancen wurden auch die Gefahren und Risiken sowie die Herausforderungen für die Anwendung in der Schule beleuchtet, Stichworte datenschutzkonforme Anwendung, Auswirkungen auf Hausaufgaben, Unterrichtsgestaltung, Prüfungsformate und nicht zuletzt auch Kosten.

    Besonders interessant für Lehrer: Schüler berichteten darüber, wie sie KI zum Lernen nutzen. Spannende Einblicke zu KI im Berufsalltag gab es von Eltern, die in einem Basecamp zeigten, wie KI ihre Arbeit beeinflusst, bspw. in der Steuerberatung, beim Entwickeln autonomen Fahrens oder im Online-Journalismus.

    Der Schulleiter einer KI-Pilotschule im Raum Stuttgart zeigte anhand der Bildungsplattform Fobizz Anwendungsmöglichkeiten für die Schule, die Erstellung von Prompts und „Megaprompts“, also KI-Assistenten passend zu bestimmten Unterrichtsanforderungen.

    Aufgeteilt nach Anfängern und Fortgeschrittenen wurden am Nachmittag in die Nutzung von KI-Tools für die eigene Unterrichtsvorbereitung und Organisation, aber auch für die Nutzung mit Schülern erarbeitet.

    In einer letzten Workshoprunde teilte sich das Kollegium in fächerspezifische Gruppen auf und lernte Möglichkeiten und Grenzen zur Anwendung von KI in den einzelnen Fächern kennen.

    Insgesamt war der Pädagogische Tag voll von Anregungen und Neuem und hat den Anstoß gegeben, Leitlinien für die Nutzung von KI am RBG zu erarbeiten.

  • Hinterm Haus beginnt die Steinzeit

    Hinterm Haus beginnt die Steinzeit

    Geschichte zum Ausprobieren und Anfassen: Die Klasse 6d des RBG besuchte am Freitag, 18.10., das Gerlinger Stadtmuseum. In einer Museumsrallye entdeckten die Schüler das Leben der „ersten Gerlinger“, die hier sesshaft lebten: Bauern um ca. 5500 – 5000 v. Chr., nach der neolithischen Revolution. Dabei stellten sie erstaunt fest, dass manchmal gleich hinter dem eigenen Haus jungsteinzeitliche Funde wie Siedlungsreste, Scherben oder Skelette ausgegraben wurden. Diese Funde verraten uns etwas über das Leben in der Jungsteinzeit. In einem Workshop wurden die Schüler selbst zu „Ur-Gerlingern“ und probierten steinzeitliche Produktionsmethoden aus: Lederbearbeitung mit Steinklingen, Getreidemahlen mit Mahlsteinen. Die wichtigste Erkenntnis: Der Alltag war ungeheuer mühsam und erforderte Fähigkeiten, die wir heute nicht mehr besitzen.

  • Ende einer Elternbeirats-Ära

    Ende einer Elternbeirats-Ära

    Martina Merchant verlässt nach zwei Abituren in der Familie das RBG. Mit ihr geht eine konstruktive, streitbare, engagierte und zielgerichtete Vorsitzende, deren Einsatz für das RBG immer vorwärtsgerichtet war.
    Viele Ideen und Anregungen, viel Rückmeldung kam von ihr bei beiden Schulleitungen ihrer Ära an.
    Im Verordnungsdschungel der Coronazeit war sie stets informiert und war ein sehr zuverlässiges Bindeglied zwischen Eltern und Schule – bis hinein in die Tagesschau und die Tagesthemen.
    Auch in weniger stürmischen Zeiten war Martina Merchant stets gut informiert und in Gerlingen bestens vernetzt. Sie prägte die Schulzeit mit Abiturreden, Schulfestorganisation, Karakaramitwirkung, Elternbeiratsitzungen Schulkonferenz, Energiekörbe vor Ostern und Weihnachten und vieles mehr. Sie war einfach immer verlässlich.

    Wir danken ihr herzlich für das langjährige Engagement und wünschen alles Gute!

    Schulleiterin Silke Scholz für die Schulgemeinschaft des Robert Bosch Gymnasiums.

  • Mkids unterwegs

    Mkids unterwegs

    Die Sechstklässler-Gruppe der MKids war mit ihrer Lehrerin Marielle Cremer am Montag, 14.10., im Aktivpark Bergheide unterwegs. MKids ist ein Angebot am RBG, um mathematische Fähigkeiten zu schulen, aber auch Selbstbewusstsein und Teamfähigkeit zu stärken.

    Das Highlight des Ausflugs war das Klettern im Tiefseilgarten, der teilweise schon ganz schön hoch war. Die Kinder sind wirklich zum Teil an ihre Grenzen gegangen bzw. haben sie mutig überwunden. Die Bildergalerie unten zeigt einige Eindrücke.

    Nach dem Klettern gab es einige Teamspiele. Die Trainer waren sehr angetan von dem Durchhaltevermögen, der langen Konzentrationsfähigkeit und der Fairness. Es wurde über keinen gelacht und viele haben sich (auch beim Klettern) gegenseitig motiviert. Mittendrin und überall dabei, die beiden Kursleiter Julie und Devlin.

  • „Toller Umgang mit netten Menschen“

    „Toller Umgang mit netten Menschen“

    Wir stellen vor: Katja Kurth und Sandra Löffler, die Schulsekretärinnen am RBG. Frau Kurth arbeitet bereits seit Februar 2024 am RBG und wude von ihrer Vorgängerin, Frau Schaible, eingelernt. Zuvor war sie Schulsekretärin an einer Leonberger Realschule: „Die Vielseitigkeit in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen“ schätzt sie besonders an ihrer Tätigkeit: „Kein Tag ist wie der andere.“
    Frau Löffler arbeitet seit Schuljahresbeginn am RBG, sie war zuvor in einem Unternehmen tätig: „Toller Umgang mit netten Menschen“, so fasst sie zusammen, was sie an der Arbeit am RBG schätzt. Das können wir nur zurückgeben:  Nach dem Abschied der langjährigen Schulsekretärin Heike Schaible ist die Schulgemeinschaft froh, dass das Sekretariat wieder so stark besetzt ist.

    Frau Kurth (links) und Frau Löffler im Sekretariat
  • Budapester zu Besuch in Gerlingen

    Budapester zu Besuch in Gerlingen

    Was weder der Kalte Krieg noch der Eiserne Vorhang geschafft haben, das gelang dem Hochwasser in Österreich Mitte September 2024: Erstmals seit Beginn des Austauschs im Jahr 1986 musste eine Reise einer Gerlinger Austauschgruppe nach Budapest abgebrochen werden. Auf halber Strecke „strandeten“ Schüler und Lehrer in Salzburg, weil kurzfristig alle Züge Richtung Wien für mehrere Tage ausgefallen waren. So ging es mit einem merkwürdigen Gefühl aus Enttäuschung und Akzeptanz der höheren Gewalt wieder zurück nach Gerlingen. 

    Umso größer war die Vorfreude auf den Besuch der ungarischen Gäste am RBG im Oktober. Aufgeregt wurden die Budapester am Sonntag, 06.10., am Bahnhof in Stuttgart für ihren einwöchigen Besuch begrüßt. Die relativ kleine Gruppe (insgesamt 26 Teilnehmer, auf Gerlinger Seite 10 Jungen und zwei Mädchen der Kursstufe 1) fand schnell zusammen. Das Programm in Gerlingen war so umgeplant worden, dass die Austauschtandems möglichst viel Zeit gemeinsam verbringen konnten: Es ging nach Ludwigsburg zum Schloss und in den Märchengarten, zum gemeinsamen Bowlen und natürlich nach Stuttgart; die Gäste verfolgten eine Debatte im Landtag und wurden im Gerlinger Rathaus empfangen. Höhepunkt war der gemeinsame Zweitagesausflug nach Nürnberg mit Übernachtung in der Jugendherberge in der Kaiserburg. Auch wenn sehr ungewiss ist, ob der Gegenbesuch in Budapest stattfinden kann, so war die Woche doch intensiv und konnte zumindest einen Teil des „Austauscherlebnisses“ bieten, der so wichtig ist: Das Kennenlernen eines anderen Landes und des Lebens dort, indem man eine gleichaltrige Person und ihre Familie kennenlernt im normalen Alltag mit Essen, der Schule bis hin zum Land selbst und der Sprache. Unsere Partnerschule, das altehrwürdige Josef-Eötvös-Gymnasium im Zentrum von Budapest, hat einen gut nachgefragten Deutsch-Zug, sodass die Budapester Schüler ihr Deutsch ausprobieren und verbessern möchten durch den Austausch. Für das RBG steht weniger die Sprache im Vordergrund (obwohl Englisch als „Brückensprache“ immer wieder eine Rolle spielt und angewendet wird), als vielmehr die kulturelle Begegnung.

  • Klassenaktionstag zur Team-Bildung

    Klassenaktionstag zur Team-Bildung

    Die Klassen der Klassenstufe 10 wurden zu Beginn des Schuljahres neu zusammengesetzt. Um die Klassengemeinschaft zu stärken, führen die Klassen im Oktober an einem Vormittag einen erlebnispädagogischen Workshop zur Teambildung durch. Getrennt in zwei Gruppen lösen die Schüler im Waldgelände rund um den Fasanengarten Aufgaben und sammeln dabei Codes. Diese benötigt die Klasse bei der großen Gemeinschaftsaufgabe mit allen am Schluss.

    Finanziert wurden die Tage aus Mitteln des „Rückenwind“-Programms des Landes.

    Hier muss man aufeinander achtgeben: Mit verbundenen Augen soll mit einem Seil eine geometrische Figur gebildet werden.
  • Cambridge Sprachzertifikate verliehen

    Cambridge Sprachzertifikate verliehen

    Im Rahmen einer Vollversammlung am Montag, 07.10.2024, erhielten fünf Schülerinnen und Schüler der Kursstufe zwei das Cambridge English Certificate Advanced (CAE) überreicht. Die Schüler bereiteten sich im Rahmen der Cambridge-AG von Frau Merkle auf die Prüfung vor, in der sie sehr gute Ergebnisse erzielten. Das CAE ist ein internationale anerkanntes, lebenslang gültiges Sprachzertifikat, das als Sprachnachweis für die Bewerbung zum Studium an einer englischsprachigen Universität dient.

    Englischlehrerin und AG-Leiterin Christiana Merkle und Schulleiterin Silke Scholz überreichen die Urkunden des CAE
  • Ein Jahr 07. Oktober

    Ein Jahr 07. Oktober

    Eberhard Kleinmann, ev. Religionslehrer am RBG, ist für den Israel-Austausch verantwortlich. Hier gibt er einen Einblick in die aktuelle Situation in Israel ein Jahr nach dem Überfall der Hamas vom 07. Oktober 2023 und die Zukunft des Austauschs

    Vor einem Jahr, am 07. Oktober 2023, verübte die Hamas einen grausamen terroristischen Anschlag auf Israel. Seither hält der Gaza-Krieg die Welt in Atem. Inwiefern waren wir als RBG davon betroffen?
    Wir waren und wir sind es ganz direkt: Am 7. Oktober wollte ich eigentlich die letzten Vorbereitungen für die Israelreise der damaligen Austauschgruppe treffen. Aus der Reise wurde dann natürlich nichts. Und eigentlich würde unter normalen Umständen in ein paar Tagen eine Gruppe Israelis zum Schüleraustausch nach Gerlingen kommen, was aber eben leider auch nicht möglich ist.
    Aber viel wichtiger ist, dass einige unserer Schüler und Kollegen sich seit einem Jahr um ihre Freunde in Israel und deren Familien sorgen.

    Was war damals dein erster Gedanke?
    Für ein paar Stunden, solange noch unklar war, was sich rund um den Gazastreifen abspielte, hatte ich noch die naive Hoffnung, dass es sich um ein regionales Ereignis handeln würde und wir trotzdem reisen könnten. Tatsächlich hat dieser Tag jedoch ganz Israel für immer verändert.

    Es gab ja dann eine Solidaritätsaktion an unserer Schule. Welche Reaktionen gab es darauf bei den Israelis?
    Was bei unseren israelischen Freunden selten vorkommt: Sie waren einfach sprachlos. Ein knappes „amazing, just amazing“ habe ich noch im Ohr. Ähnlich waren übrigens die Reaktionen auf die vielen, von unseren Schülern gestalteten Blätter, die ich zuerst digital und dann im Januar in Papierform übermitteln konnte.

    Wie hat sich das Leben im Norden Israels, in dem unsere Partnerschule liegt, seit dem 7. Oktober 2023 verändert? Unmittelbar nach dem Überfall der Hamas im Süden begann der Beschuss von Israels Norden durch die Hisbollah. Unsere Partnerschule ist seit dem 8. Oktober geschlossen, war dann zuerst weiter südlich, an drei verschiedenen Standorten, untergebracht. In diesem Schuljahr konnte der Unterricht in einem provisorisch umgebauten Industriegebäude in einem Gewerbegebiet etwa 30 km südlich von Dafna wieder aufgenommen werden.
    Viele Schüler und Lehrer und deren Familien sind seit dem 8. Oktober evakuiert. Entweder sind sie bei Verwandten untergekommen oder wurden sie in Hotels untergebracht, jeweils eine Familie in einem Zimmer. Viele haben sich inzwischen ein neues Zuhause gesucht, nachdem ihre Häuser in den Ortschaften an der Grenze inzwischen zerstört sind.
    Viele der Schüler haben Väter und Geschwister, die beim Militär sind oder als Reservisten immer wieder für einige Zeit eingezogen werden. Einige unserer Kollegen gehören zu den „First Response Teams“ der Kibbuzim. Praktisch bedeutet dies, dass sie tagsüber unterrichten und nachts ihre Ortschaften bewachen. Wobei der Unterricht immer wieder für Tage abgesagt werden muss, weil der Beschuss aus dem Libanon zu stark ist.

    Du pflegst auch ganz direkt Freundschaften zu Kollegen unserer Partnerschule. Wie genau sieht euer Kontakt aus? Über was sprecht ihr?
    Meistens schreiben wir einander Whatsapps. In diesen geht es um alles Mögliche von Fußballergebnissen bis zu den Militäreinsätzen der Söhne. Ganz oft geht es um Angst und noch häufiger um eine tiefe Erschöpfung nach einem Jahr voller Angst.

    Gab es direkt Betroffene in der dortigen Schulgemeinschaft (vom Anschlag bzw. im Militärdienst seither)?
    Wahrscheinlich gibt es in Israel keine einzige Familie, die nicht direkt oder indirekt von den Ereignissen des 7. Oktobers betroffen ist. Bei meinem Besuch im Januar konnte ich drei Schüler treffen. Der Bruder der einen Schülerin wurde am 7. Oktober schwer verletzt und lag im Januar noch im Krankenhaus, der Bruder eines anderen Schülers ist als Soldat im Dezember gefallen.

    Du bist dann Anfang Januar 2024 selbst nach Israel gereist. Warum und was waren deine Eindrücke?
    Seit dem 7. Oktober befindet sich Israel an zwei Fronten in einem Krieg, den es nicht begonnen hat. Gleichzeitig fegt eine Welle von Judenfeindlichkeit um den Globus. Israelis (und Juden weltweit) fühlen sich entsetzlich allein und mit dem Rücken zur Wand. Dieses Gefühl wollte ich bei meinen Freunden ein wenig aufbrechen.
    Ich denke auch, wenn wir jetzt, in dieser Situation, nicht unsere Verbundenheit mit unseren Freunden deutlich zeigen, brauchen wir nach dem Krieg nicht mehr mit dem Thema Austausch um die Ecke zu kommen.
    Ganz kurz zusammengefasst, lassen sich meine Eindrücke so beschreiben: An der Oberfläche funktioniert der Alltag nahezu wie gewohnt, einschließlich Restaurantbesuchen und Geburtstagsfeiern. Aber unter dieser Oberfläche lauert die nackte Angst vor einem neuen Holocaust.

    In deutschen Medien wird der Krieg in Gaza immer wieder auch kritisch diskutiert im Hinblick auf die Verhältnismäßigkeit und zivile Opfer. Sprichst du über sowas mit deinen israelischen Freunden?
    Anders als in früheren Auseinandersetzungen sind die Israelis, mit denen ich gesprochen habe, zurzeit emotional nicht dazu in der Lage, sich mit dem Leid auf der anderen Seite auseinanderzusetzen. Dafür haben sie mit sich selbst viel zu viel zu tun. Dafür haben aber auch die Bilder von der jubelnden Bevölkerung in Gaza gesorgt, als die israelischen Geiseln durch die Stadt geschleift wurden.
    Natürlich findet im Nahen Osten gerade ein Krieg statt, der wie alle Kriege unzählige unbeteiligte Menschen das Leben oder die Gesundheit kostet, sie entsetzlichen Ängsten aussetzt und in schlimme materielle Not stürzt. Aber zugleich gibt es wahrscheinlich in der gesamten Weltgeschichte keine Armee, die bei ihren Einsätzen so hohe humanitäre Standards anlegt wie die israelische: Welche kriegführende Partei hat jemals die Zivilisten der Gegenseite per Telefon vor Angriffen gewarnt? Die Israelis tun dies seit einem Jahr. Zudem weisen sie humanitäre Schutzzonen aus und haben im Gazastreifen vierzehn Feldlazarette für die Zivilbevölkerung in Betrieb.
    Dabei legt es die Hamas in ihrer Kriegsführung darauf an, dass möglichst viele palästinensische Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen werden, um Israel vor der Weltöffentlichkeit in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.

    Wie geht es mit dem Austausch weiter? Wie versucht ihr als Austauschteam, dennoch die Austauschidee lebendig zu halten?
    Im Augenblick fahren wir auf Sicht. Am RBG haben wir eine neue Austauschgruppe gebildet, die Israelis sind gerade dabei. Zwischenzeitlich bereiten wir uns hier, in der deutschen Gruppe, auf den Kontakt zu den Israelis vor. Wenn wir so weit sind, starten wir mit digitalen Formaten. Aber sobald dies möglich ist, freuen wir uns auf einen Besuch der Israelis bei uns in Gerlingen oder auf ein Treffen an einem dritten Ort.
    Aber ich gehe davon aus, dass sich unser Austausch in Zukunft ganz grundlegend verändert: Bislang hatten wir mit Enkeln und Urenkeln von Holocaust-Überlebenden zu tun, die doch einigen Abstand zu den damaligen Ereignissen hatten. Nun haben wir es mit einer neuen ersten Generation von Menschen zu tun, die Todesangst erlebt haben, weil sie Juden sind. Wir werden auch in Zukunft während der Austausche Bowling spielen und lachen. Aber unter dieser Oberfläche wird bei unseren israelischen Freunden eine Erfahrung liegen, der wir nicht ausweichen können, wenn unser Austausch eine Zukunft haben soll.

    Was brauchen unsere israelischen Freunde? Wie könnten wir ihnen helfen?
    Mehr als alles andere brauchen sie unseren verlässlichen Kontakt. Und sie brauchen unser Gebet.

    Seit Mitte September konzentriert sich die israelische Armee auf den Norden und die Grenze zu Libanon. Wie wird das vor Ort von den Betroffenen gesehen? Steigt die Hoffnung auf Rückkehr in die Häuser?
    Im Norden Israels hatte man seit einem Jahr davor Angst, dass sich die Kämpfe intensivieren. Aber noch viel größer war die Angst, dieser Krieg könnte zu Ende gehen, ohne dass die Hisbollah entscheidend geschwächt wurde. Niemand kann es sich mehr vorstellen, wieder in sein Haus (oder was davon übrig ist) zurückzukehren mit der Hisbollah in Sichtweite. Insofern steigen im Augenblick zugleich Angst und Hoffnung.

    Zum Abschluss: Wenn du einen Wunsch hättest in Bezug auf den Konflikt in Israel – Wie sähe der aus?
    Natürlich wünsche ich den Menschen in Dafna und Jerusalem, in Gaza und Beirut vor allem eines: Schalom – Frieden.

    Eberhard Kleinmann vor der Karte mit unserer Partnerschule Har Vagay in Nordgaliläa
    Schülerinnen und Schüler des RBG formen aus weißen und blauen Blättern eine Israelflagge als Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität. Initiiert hatte die Aktion die letztjährige Austauschgruppe.
    Einschussloch an der Wand der Turnhalle unserer Partnerschule
    Mit Schülern und Lehrern der Har VaGai-Schule während meines Besuchs im Januar
    Mit dem Kollegen Barak Shapiro von der Eynot Yarden High-School in Kibbuz Amir, die eine Partnerschaft mit dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach unterhält. Barak ist gleichzeitig als Wächter in Kibbuz Amir tätig
    Israelische Lehrer vor der Karte mit unserer Partnerschule Har Vagay in Nordgaliläa
    Eine Austauschgruppe 2016 auf einem Militärstützpunkt auf den Golan-Höhen im Norden Israels
    Jerusalem – Stadt des Friedens