Kategorie: Israel-Austausch

  • Ein Jahr 07. Oktober

    Ein Jahr 07. Oktober

    Eberhard Kleinmann, ev. Religionslehrer am RBG, ist für den Israel-Austausch verantwortlich. Hier gibt er einen Einblick in die aktuelle Situation in Israel ein Jahr nach dem Überfall der Hamas vom 07. Oktober 2023 und die Zukunft des Austauschs

    Vor einem Jahr, am 07. Oktober 2023, verübte die Hamas einen grausamen terroristischen Anschlag auf Israel. Seither hält der Gaza-Krieg die Welt in Atem. Inwiefern waren wir als RBG davon betroffen?
    Wir waren und wir sind es ganz direkt: Am 7. Oktober wollte ich eigentlich die letzten Vorbereitungen für die Israelreise der damaligen Austauschgruppe treffen. Aus der Reise wurde dann natürlich nichts. Und eigentlich würde unter normalen Umständen in ein paar Tagen eine Gruppe Israelis zum Schüleraustausch nach Gerlingen kommen, was aber eben leider auch nicht möglich ist.
    Aber viel wichtiger ist, dass einige unserer Schüler und Kollegen sich seit einem Jahr um ihre Freunde in Israel und deren Familien sorgen.

    Was war damals dein erster Gedanke?
    Für ein paar Stunden, solange noch unklar war, was sich rund um den Gazastreifen abspielte, hatte ich noch die naive Hoffnung, dass es sich um ein regionales Ereignis handeln würde und wir trotzdem reisen könnten. Tatsächlich hat dieser Tag jedoch ganz Israel für immer verändert.

    Es gab ja dann eine Solidaritätsaktion an unserer Schule. Welche Reaktionen gab es darauf bei den Israelis?
    Was bei unseren israelischen Freunden selten vorkommt: Sie waren einfach sprachlos. Ein knappes „amazing, just amazing“ habe ich noch im Ohr. Ähnlich waren übrigens die Reaktionen auf die vielen, von unseren Schülern gestalteten Blätter, die ich zuerst digital und dann im Januar in Papierform übermitteln konnte.

    Wie hat sich das Leben im Norden Israels, in dem unsere Partnerschule liegt, seit dem 7. Oktober 2023 verändert? Unmittelbar nach dem Überfall der Hamas im Süden begann der Beschuss von Israels Norden durch die Hisbollah. Unsere Partnerschule ist seit dem 8. Oktober geschlossen, war dann zuerst weiter südlich, an drei verschiedenen Standorten, untergebracht. In diesem Schuljahr konnte der Unterricht in einem provisorisch umgebauten Industriegebäude in einem Gewerbegebiet etwa 30 km südlich von Dafna wieder aufgenommen werden.
    Viele Schüler und Lehrer und deren Familien sind seit dem 8. Oktober evakuiert. Entweder sind sie bei Verwandten untergekommen oder wurden sie in Hotels untergebracht, jeweils eine Familie in einem Zimmer. Viele haben sich inzwischen ein neues Zuhause gesucht, nachdem ihre Häuser in den Ortschaften an der Grenze inzwischen zerstört sind.
    Viele der Schüler haben Väter und Geschwister, die beim Militär sind oder als Reservisten immer wieder für einige Zeit eingezogen werden. Einige unserer Kollegen gehören zu den „First Response Teams“ der Kibbuzim. Praktisch bedeutet dies, dass sie tagsüber unterrichten und nachts ihre Ortschaften bewachen. Wobei der Unterricht immer wieder für Tage abgesagt werden muss, weil der Beschuss aus dem Libanon zu stark ist.

    Du pflegst auch ganz direkt Freundschaften zu Kollegen unserer Partnerschule. Wie genau sieht euer Kontakt aus? Über was sprecht ihr?
    Meistens schreiben wir einander Whatsapps. In diesen geht es um alles Mögliche von Fußballergebnissen bis zu den Militäreinsätzen der Söhne. Ganz oft geht es um Angst und noch häufiger um eine tiefe Erschöpfung nach einem Jahr voller Angst.

    Gab es direkt Betroffene in der dortigen Schulgemeinschaft (vom Anschlag bzw. im Militärdienst seither)?
    Wahrscheinlich gibt es in Israel keine einzige Familie, die nicht direkt oder indirekt von den Ereignissen des 7. Oktobers betroffen ist. Bei meinem Besuch im Januar konnte ich drei Schüler treffen. Der Bruder der einen Schülerin wurde am 7. Oktober schwer verletzt und lag im Januar noch im Krankenhaus, der Bruder eines anderen Schülers ist als Soldat im Dezember gefallen.

    Du bist dann Anfang Januar 2024 selbst nach Israel gereist. Warum und was waren deine Eindrücke?
    Seit dem 7. Oktober befindet sich Israel an zwei Fronten in einem Krieg, den es nicht begonnen hat. Gleichzeitig fegt eine Welle von Judenfeindlichkeit um den Globus. Israelis (und Juden weltweit) fühlen sich entsetzlich allein und mit dem Rücken zur Wand. Dieses Gefühl wollte ich bei meinen Freunden ein wenig aufbrechen.
    Ich denke auch, wenn wir jetzt, in dieser Situation, nicht unsere Verbundenheit mit unseren Freunden deutlich zeigen, brauchen wir nach dem Krieg nicht mehr mit dem Thema Austausch um die Ecke zu kommen.
    Ganz kurz zusammengefasst, lassen sich meine Eindrücke so beschreiben: An der Oberfläche funktioniert der Alltag nahezu wie gewohnt, einschließlich Restaurantbesuchen und Geburtstagsfeiern. Aber unter dieser Oberfläche lauert die nackte Angst vor einem neuen Holocaust.

    In deutschen Medien wird der Krieg in Gaza immer wieder auch kritisch diskutiert im Hinblick auf die Verhältnismäßigkeit und zivile Opfer. Sprichst du über sowas mit deinen israelischen Freunden?
    Anders als in früheren Auseinandersetzungen sind die Israelis, mit denen ich gesprochen habe, zurzeit emotional nicht dazu in der Lage, sich mit dem Leid auf der anderen Seite auseinanderzusetzen. Dafür haben sie mit sich selbst viel zu viel zu tun. Dafür haben aber auch die Bilder von der jubelnden Bevölkerung in Gaza gesorgt, als die israelischen Geiseln durch die Stadt geschleift wurden.
    Natürlich findet im Nahen Osten gerade ein Krieg statt, der wie alle Kriege unzählige unbeteiligte Menschen das Leben oder die Gesundheit kostet, sie entsetzlichen Ängsten aussetzt und in schlimme materielle Not stürzt. Aber zugleich gibt es wahrscheinlich in der gesamten Weltgeschichte keine Armee, die bei ihren Einsätzen so hohe humanitäre Standards anlegt wie die israelische: Welche kriegführende Partei hat jemals die Zivilisten der Gegenseite per Telefon vor Angriffen gewarnt? Die Israelis tun dies seit einem Jahr. Zudem weisen sie humanitäre Schutzzonen aus und haben im Gazastreifen vierzehn Feldlazarette für die Zivilbevölkerung in Betrieb.
    Dabei legt es die Hamas in ihrer Kriegsführung darauf an, dass möglichst viele palästinensische Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen werden, um Israel vor der Weltöffentlichkeit in ein möglichst schlechtes Licht zu rücken.

    Wie geht es mit dem Austausch weiter? Wie versucht ihr als Austauschteam, dennoch die Austauschidee lebendig zu halten?
    Im Augenblick fahren wir auf Sicht. Am RBG haben wir eine neue Austauschgruppe gebildet, die Israelis sind gerade dabei. Zwischenzeitlich bereiten wir uns hier, in der deutschen Gruppe, auf den Kontakt zu den Israelis vor. Wenn wir so weit sind, starten wir mit digitalen Formaten. Aber sobald dies möglich ist, freuen wir uns auf einen Besuch der Israelis bei uns in Gerlingen oder auf ein Treffen an einem dritten Ort.
    Aber ich gehe davon aus, dass sich unser Austausch in Zukunft ganz grundlegend verändert: Bislang hatten wir mit Enkeln und Urenkeln von Holocaust-Überlebenden zu tun, die doch einigen Abstand zu den damaligen Ereignissen hatten. Nun haben wir es mit einer neuen ersten Generation von Menschen zu tun, die Todesangst erlebt haben, weil sie Juden sind. Wir werden auch in Zukunft während der Austausche Bowling spielen und lachen. Aber unter dieser Oberfläche wird bei unseren israelischen Freunden eine Erfahrung liegen, der wir nicht ausweichen können, wenn unser Austausch eine Zukunft haben soll.

    Was brauchen unsere israelischen Freunde? Wie könnten wir ihnen helfen?
    Mehr als alles andere brauchen sie unseren verlässlichen Kontakt. Und sie brauchen unser Gebet.

    Seit Mitte September konzentriert sich die israelische Armee auf den Norden und die Grenze zu Libanon. Wie wird das vor Ort von den Betroffenen gesehen? Steigt die Hoffnung auf Rückkehr in die Häuser?
    Im Norden Israels hatte man seit einem Jahr davor Angst, dass sich die Kämpfe intensivieren. Aber noch viel größer war die Angst, dieser Krieg könnte zu Ende gehen, ohne dass die Hisbollah entscheidend geschwächt wurde. Niemand kann es sich mehr vorstellen, wieder in sein Haus (oder was davon übrig ist) zurückzukehren mit der Hisbollah in Sichtweite. Insofern steigen im Augenblick zugleich Angst und Hoffnung.

    Zum Abschluss: Wenn du einen Wunsch hättest in Bezug auf den Konflikt in Israel – Wie sähe der aus?
    Natürlich wünsche ich den Menschen in Dafna und Jerusalem, in Gaza und Beirut vor allem eines: Schalom – Frieden.

    Eberhard Kleinmann vor der Karte mit unserer Partnerschule Har Vagay in Nordgaliläa
    Schülerinnen und Schüler des RBG formen aus weißen und blauen Blättern eine Israelflagge als Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität. Initiiert hatte die Aktion die letztjährige Austauschgruppe.
    Einschussloch an der Wand der Turnhalle unserer Partnerschule
    Mit Schülern und Lehrern der Har VaGai-Schule während meines Besuchs im Januar
    Mit dem Kollegen Barak Shapiro von der Eynot Yarden High-School in Kibbuz Amir, die eine Partnerschaft mit dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach unterhält. Barak ist gleichzeitig als Wächter in Kibbuz Amir tätig
    Israelische Lehrer vor der Karte mit unserer Partnerschule Har Vagay in Nordgaliläa
    Eine Austauschgruppe 2016 auf einem Militärstützpunkt auf den Golan-Höhen im Norden Israels
    Jerusalem – Stadt des Friedens
  • „Deshalb will ich, dass du gehst…“

    „Deshalb will ich, dass du gehst…“

    Die Stuttgarter Zeitung hat unsere Solidaritätsaktion vom letzten Freitag aufgegriffen und ein Interview mit Eberhard Kleinmann, dem Betreuer des Austauschs, über die aktuelle Situation in Israel und die Gefühle und Eindrücke der Austauschgruppe geführt.

    Das Interview erschien in der Stuttgarter Zeitung (Ausgabe Nr. 238, Samstag / Sonntag, 14./15. Oktober 2023). Wir verwenden das Interview mit freundlicher Genehmigung der Autorin Franziska Kleiner. Aus technischen Gründen können wir den Text nur als Bild darstellen. Eine Pdf-Datei in guter Qualität kann unter diesem Link angesehen werden.

  • Shalom – Frieden

    Shalom – Frieden

    Zeichen der Solidarität: Schüler des RBG formen eine Israelflagge mit Davidsstern

    Eigentlich hätten wir, die Teilnehmer des Israel-Austausches, uns am Mittwoch, den 11. Oktober, morgens am Stuttgarter Flughafen getroffen um unsere langersehnte Reise zu unseren Freunden nach Israel anzutreten.

    Aufgrund der unerwarteten Ereignisse seit Samstag, dem 07.10.23, konnte unsere Reise leider nicht stattfinden. Durch die Angriffe aus dem Gaza-Streifen und dem Libanon wurde aus der Freude, unsere Austauschschüler wiederzusehen, große Sorge um unsere Freunde. Insbesondere aufgrund der unmittelbaren Nähe zur libanesischen Grenze und somit auch zu Hisbollah-Stützpunkten verschärft sich der Ernst der Lage. 

    Seit Samstag morgen halten wir ständigen Kontakt zu unseren Austauschpartnern, die sich teilweise schon ins Landesinnere in Sicherheit gebracht haben und uns täglich schockierende Nachrichten über ihre Erlebnisse schicken. Sie erzählen von ihren vom Militär eingezogenen Familienmitgliedern, ihrer Zeit im Schutzbunker und verletzten oder getöteten Bekannten.

    Am Montag, 09.10., kamen wir in der Schule zusammen, um zu besprechen, wie wir mit der aktuellen Situation umgehen sollten. Bei diesem durchaus emotionalen Treffen beschlossen wir, noch am selben Abend an einer Solidaritätskundgebung in Stuttgart teilzunehmen. Darüber hinaus wurde, um die gesamte Schule miteinzubeziehen, eine Vollversammlung vorbereitet. Nach einleitenden Sätzen der Schulleitung kamen auch wir, Schüler des Austausches, zu Wort. Im Anschluss wurde eine freiwillige Fotoaktion durchgeführt, bei der wir die Israelflagge mithilfe von blauem und weißem Papier und etwa 300 Schülern darstellten.

    Die Aktionen spiegeln unsere Solidarität gegenüber unseren israelischen Austauschpartnern wieder, welche sehr erfreut darüber waren. „Truly the best part of the last few days“ schreibt uns einer unserer Freunde vor Ort.

    Wir trauern mit den Opfern aller Seiten und wünschen allen Menschen in der Region Schalom-Salam-Frieden.

  • Statt Reise nach Israel: Austauschschüler bangen um ihre Freunde

    Statt Reise nach Israel: Austauschschüler bangen um ihre Freunde

    Artikel in den Stuttgarter Nachrichten vom Dienstag, 10.10.23
    Autorin: Franziska Kleiner, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung

  • Streit – Streik – Protest – Justizreform: Was ist gerade in Israel los?

    Streit – Streik – Protest – Justizreform: Was ist gerade in Israel los?

    Hallo Leser,

    In diesem Artikel beschreiben zwei Schüler der Har VaGai Schule (Partnerschule der RBGs in Israel), was genau in Israel gerade passiert und wie das Rechtsystem aufgebaut ist. Außerdem beschreiben sie, wie die politischen Konflikte die Bevölkerung im Allgemeinen und ganz besonders das Schulleben beeinflussen.

    The Political Situation In Israel From an Israeli Citizens Point-Of-View

    Disclaimer – the first few pages clarify what exactly is happening in Israel now, and how our Judicial system is built. If you’re already familiar with the way things are in Israel, you’re more than welcome to start reading from page 3, subtitle “How the Reform Affects Us As Citizens”.

    Hello dear readers from Germany, my name is Amit. The other writer of this article and I are Israeli students from Har Vagai school in the north of Israel. For those of you that don’t know, Har Vagai school and Robert Bosch Gymnasium have a common history of student exchanges, and I even took part in one and visited the school.

    In this article, we will explain to you about the complicated political situation in Israel, and how it affects us and our classmates. Before we start talking about the current situation in Israel, we need to know what Israel has been through in recent years.

    Some numbers:

    • 5 elections in three years (the norm should be one every 4 years).
    • 15,000,000,000 shekels (3,865,003,341 euros), were wasted in these five election sets.
    • 47 Jews and Arabs have been murdered in Palestinian attacks in the last year, 14 in the last month.
    • 104 cases of murder in Arab society in one year.
    • And in short, madness, the terrorism does not stop, the violence does not stop, and the division in the people only increases.

    On December 29, 2022, after 5 elections in three years, a new government headed by Benjamin Netanyahu began to serve. This government is considered the most right-wing government that Israel has seen since the establishment of the state.
    The new government demands a reform of the judicial system. According to them, the judicial system is rotten and requires extensive change. The reform includes 3 main sections.

    Important information
    • Israel has one house of parliament – the Knesset.
    • The Knesset has 120 members.
    • To form a government (coalition) a majority of 61 members is required.
    • The Supreme Court has 15 judges.
    • In Israel, there is no constitution, there are fundamental laws.
    • A special majority is not required to enact or repeal a basic law.
    Let’s talk about how the judges are selected:

    Current situation (before the reform):
    The committee that elects the judges consists of three coalition members, an opposition member, three Supreme Court judges, and two lawyers. A total of 9 members.

    To elect a judge a majority of 7 out of 9 is required, meaning there must be an agreement between the politicians and the other representatives. This method is used in several other countries in the world, for example, Canada, Australia, and more.

    The proposed amendment in the reform:
    The committee that will select the judges will consist of the President of the Supreme Court, and two judges appointed by the Minister of Justice, with the approval of the President of the Supreme Court. Five coalition members and one opposition member. A total of 9 members.

    To choose a judge, a majority of 5 out of 9 will be required, which means that the coalition will be able to choose the judges even without the consent of the other members of the committee.

    Supporters and opponents:
    The supporters of the reform claim that the Supreme Court will represent the public’s views, while the opponents claim that the reform will turn the court into a political one, with judges with extreme views committed to the politicians who elected them. According to them, the reform will damage the division of authorities principle (which is a basic democratic principle) and harm the rights of the minority.

    In addition to their claim, almost all the cases that reach the courts deal only with civil and criminal matters, therefore this reform will introduce political considerations into the decisions of the courts and thus giving the coalition absolute power.

    Let’s talk about overriding clause and reasonability:

    Current situation (before the reform):
    The Supreme Court can invalidate the government’s decisions under the following conditions: violation of the rights of the minority, and contradiction to the basic law or if it believes that the government’s decision or law is unreasonable.

    For example, a criminal cannot be a minister in the government, because the government is under supervision by the Supreme Court. The method of the supervision of the authorities over each other is called „Checks and Balances“.

    The proposed amendment in the reform:
    The Supreme Court will be empowered to overturn laws provided that 12 out of 15 judges vote against the law or decision.

    The Supreme Court will not be able to cancel fundamental laws or criticize them (no special majority is required for the enactment of a fundamental law). Although the Supreme Court will be able to annul laws, the government can overcome the disqualification with a majority of 61 members, the decision will be valid until the end of the government’s term and then the next government can re-enact the law without the possibility of a Supreme Court. The court can invalidate the law. Also, reasonableness will be eliminated. This is called „The Overcoming Paragraph“.

    supporters and opponents:
    Supporters of the reform claim that the laws and decisions enacted by the government represent the people and therefore should not be repealed.

    While the opponents claim that the reform will harm human rights and minorities, the government will be able to enact any law it deems appropriate even if it contradicts any law and fundamental rights, thereby harming the public, they claim, because of the ease with which a fundamental law can be enacted, the government will be able to enact anti-minorities laws and laws that contradict human rights. Additionally, they claim that overriding will destroy the balance between the various government systems and might turn Israel into a dictatorship that tramples on its citizens.

    To sum up:
    The reform includes a large number of other sections that we did not talk about. Those sections will change the legal system and the country, will it be for the better or for worse? Opinions are very divided and only time will tell, the only certain thing, Israel is facing a difficult, complicated, and dangerous period.

    How the Reform Affects Us As Citizens

    The political mayhem affects us, the citizens of israel in many different ways:

    A Disaster to The Economy
    Since the beginning of the talks on the reform, Israel’s economy has deteriorated. Hundreds of economists from Israel and the world are warning the government and the public that if the reform is passed, it will destroy Israel’s economy. Investors and international companies are afraid to invest in Israel because of the reform, and high-tech companies and people in Israel are transferring their money abroad because of fear of the collapse of the shekel’s value and the transformation of Israel into a dictatorial state.

    In addition, politicians from the coalition threaten the independence of the Bank of Israel, something that intensifies the concerns among investors and citizens.

    The Hate And Division Amongst The Different Parties
    The Israeli nation is a very small nation, with an estimated population of 9.565 million people. The Israeli country is surrounded by the enemies of Israel, and it is also a relatively new country. The variety of the population creates an atmosphere both interesting and problematic. Unfortunately, this variety is now a stick in our wheel. The problem is, due to the difference of opinions, a lot of hate is expressed. And the more different people are from each other, the easier it is to make them despise each other. Because of the difference of political views, it is not uncommon to hear hate in Israel nowadays. The reform might decide the future of our country, so it feels like the land is in flames because of the arguments and the conflicts.

    The Protests and Riots
    There are protests all over Israel. if you drive across the land you might go through dozens of junctions, filled with protesters. Furthermore, there were even some violent protests, and protests that the police didn’t confirm. Also, some people protest over a threat to their own position or job, including doctors, social services and even soldiers. Pretty common crowds to find in between the lines of those protests are members of the LGBTQ community and women, due to the extreme conservatism of the rightist government, and the fear of discrimination, homophobia and misogyny in their views.           

    In Our School
    Within our school community, there is a strong sense of engagement surrounding the current state of affairs. Conversations centered on this topic frequently arise amongst both our teachers and curious students alike, often featuring a wide range of thoughtful opinions and perspectives.

    In addition, the ongoing situation has led to a significant number of school days being cancelled due to strikes initiated by the Israeli education system. As a result, our academic calendar has been disrupted.

    Thank you, dear readers from Germany, for your interest in the situation in Israel, from the authors of this article, Amit Tsarfaty and Tomer Gottesmann.
  • SCORA – yes, we care!

    SCORA – yes, we care!

    SChools Opposing Racism and Antisemitism, dieses Projekt wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart bereits im Jahr 2020 ins Leben gerufen, um Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung wirksam entgegenzutreten. Dazu werden zurzeit fünfzehn der über vierzig Schulen, die sich für die Teilnahme an diesem Projekt beworben haben, dabei unterstützt, Partnerschaften mit israelischen Schulen aufzubauen. Nach zwei Jahren der Pandemie, in denen dieses Vorhaben nur recht langsam vorankam, konnte nun während der Herbstferien endlich ein Netzwerktreffen der israelischen und deutschen Schulen stattfinden. Im Rahmen eines Festabends am 3. November wurden zwischen diesen Schulen Partnerschaftsurkunden unterzeichnet.

    Auch das Robert-Bosch-Gymnasium und die Har VaGai-Schule, mit der wir in diesem Jahr silbernes Partnerschaftsjubiläum gefeiert haben, sind mit von der Partie: Mit unserer langjährigen Erfahrung in Sachen Israelaustausch haben wir die Kollegen der neuen Schulen in den letzten zwei Jahren intensiv beraten und sind nun am vergangenen Donnerstag selbst offiziell dem SCORA-Netzwerk beigetreten.

  • Schalom

    Schalom

    Festakt: 25 Jahre Partnerschaft mit Israel

    Schulleiterin Silke Scholz nahm am Festakt zum Jubiläum der Partnerschaft teil:

    „25 Jahre Partnerschaft des Landkreises Ludwigsburg mit der Region Oberes Galiläa bedeutet auch 25 Jahre Schüleraustausch des Gymnasiums mit unsere Partnerschule Har V‘Gai in Dafna. Wie intensiv diese Verbindung ist, durfte ich am Donnerstag beim Festakt im Landratsamt Ludwigsburg erfahren.
    Remember the past. Share the present. Build a bridge for a better future – so konnte man das Motto zusammenfassen.
    Gerade die ganz persönlichen Verbindungen kamen deutlich zum Ausdruck. Gegenseitiger Respekt und tiefe Verbundenheit wurden in allen Reden deutlich. Auch in den gewählten Sprachen wurde dies hörbar. Die Landräte beider Regionen wählten Englisch als gemeinsame Sprache. Herr Kleinmann hielt seine Rede auf Hebräisch und Deutsch, der israelische Kollege begann auf Deutsch und fuhr dann auf Englisch fort. Dabei kam auch der Dank für die mutigen Initiatoren und Teilnehmerinnen und Teilnehmer von damals nicht zu kurz. Einige davon kamen in einem von Schülerinnen und Schüler produzierten Video zu Wort und konnten ihre ganz persönlichen Eindrücke schildern.
    Ein gemeinsames, spontan intoniertes „Halleluja“ am Ende des offiziellen Programms rundete die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander ab.“

    Der aktuelle Austausch startet nach zweijähriger Pause mit einem zwölftägigen Besuch der israelischen Gäste in Gerlingen  diese Woche ab dem Mittwoch, 12.Okt. Der Gegenbesuch in Israel findet im Herbst 2023 statt. Es nehmen 15 Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 sowie der K1 teil.

    Remember the past, share the present, build a bridge for a better future

    Zwei teilnehmende Schülerinnen, C.F. und S.Z. berichten von dem Abend:

    Unter diesem Motto stand ein Jubiläumsabend in Ludwigsburg, an dem neben der Gescher AG auch Frau Scholz, Frau Kemner, Herr Bohnenstingl und Herr Kleinmann teilnahmen.

    Es wurde die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Ludwigsburg und dem Oberen Galiläa gefeiert. Außerdem wurde auch die Schulpartnerschaft zwischen der Har VaGai Schule in Dafna und dem Robert-Bosch-Gymnasium 25 Jahre alt.

    Es wartete ein freundlicher Empfang mit Getränken auf uns. Danach erlebten wir ein Vorspiel des Kreisjugendorchesters und im Anschluss die verschiedensten Reden. Wir hörten viel von der Geschichte des Zweiten Weltkrieges und sind nun umso dankbarer, diese Zeit hinter uns zu lassen und eine neue, erfolgreiche und gemeinsame Zukunft in Freundschaft aufzubauen.

    Als Dankeschön für die Partnerschaft überreichte die Gescher AG mit Herrn Kleinmann ein Video über den Austausch mit verschiedenen Erfahrungen von verschiedenen Lehrern und jetzigen, aber auch ehemaligen Schülern des RBGs und der Har VaGai Schule.

    Im Anschluss bekamen wir ein tolles Buffet und unterhielten uns über die verschiedensten Dinge. Nochmal ein großes Dankeschön für die tolle Atmosphäre und das Kennenlernen neuer sympathischer Leute.

    Die Lehrer unserer israelischen Partnerschule, rechts Peter McNally, mit dem das Interview entstand
    25 Jahre Partnerschaft – Interview mit Peter McNally

    Am 4. Oktober 2022 traf sich die Gescher AG mit zwei Lehrern der Har VaGai Schule aus Israel, die sich gerade wegen eines israelisch-deutschen Lehrerseminars in Deutschland aufhielten. Peter, einer der beiden, war so nett, dass wir ein Interview mit ihm machen durften. Die Fragen bezogen sich auf den Austausch zwischen unseren Schulen, aber auch auf israelische Kultur, israelisches Essen usw. Die Antworten haben wir zusammengefasst. C.F. und S.Z., Teilnehmerinnen der Gescher AG

    Wie es zu dem Austausch kam? -> Peter ist „erst“ fünfzehn Jahre dabei und hat die Anfänge nicht mitbekommen. Aber wie auch immer, es fanden sich Leute von der Har VaGai-Schule und vom RBG, die begonnen haben, miteinander zu kommunizieren, woraus eine Freundschaft entstanden ist.

    Dabei handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Austausch: Schon im Vorfeld setzt sich jeder Jahrgang intensiv mit der Geschichte von Juden und Deutschen und mit der Kultur des anderen Landes auseinander. Das gehört bereits zum Auswahlverfahren der Teilnehmer.

    Wie ist es so auf der Har VaGai Schule? -> Sie haben ca. 1.200 Schüler und somit ist zu wenig Platz. Teilweise haben sie auch einen Schulweg von 45 Minuten.

    Wie wirkt der Ukraine-Russland Krieg auf Israel? -> Sie reden darüber, aber Auswirkungen hat es auf sie nicht.

    Wie war Corona dort? -> Es ruinierte ihr Leben, sie hatten auch Homeschooling und die Verbundenheit der Schüler und Lehrer hat laut Peter stark gelitten.

    Sport in Israel -> Weit verbreitet ist dort wie bei uns Fußball, außerdem Leichtathletik. Viele gehen jedoch, wenn sie sechzehn sind, arbeiten, zum Beispiel in einem Restaurant. Dafür gehen sie dann teilweise nachmittags früher aus der Schule und haben nicht mehr so viel Zeit für Sport.

    Was ist für die israelische Küche typisch? -> Da Israel aus vielen verschiedenen Bürgern besteht, die aus ganz verschiedenen Ländern eingewandert sind, hat jede Familie ihre eigenen Traditionsgerichte, wie z.B. Hummus, Schakschuka oder die verschiedensten Salate.

    Warum ist für Dich der Austausch so wichtig? -> Der Austausch zeigt jedes Mal aufs Neue, dass die Freundschaft zwischen Israelis und Deutschen sehr wohl möglich ist. Und das macht Hoffnung auch z.B. für die Konflikte Israels mit seinen Nachbarn.

    Wir schließen mit dem Motto: Remember the past, share the present, build a bridge for a better future

  • Sofsof – endlich!

    Sofsof – endlich!

    „Sofsof“ bedeutet auf Hebräisch „endlich“. Nach schmerzlicher Unterbrechung durch die Pandemie konnten wir endlich wieder eine Delegation aus Israel an unserer Schule begrüßen. Zwar handelte es sich noch nicht um die ersehnte Schüleraustauschgruppe, die wir hoffentlich im nächsten Herbst wieder in Empfang nehmen können, dafür waren einige Offizielle des Distrikts Oberes Galiläa, in dessen Partnerschaft mit dem Landkreis Ludwigsburg unser Schüleraustausch eingebettet ist, bei uns zu Gast.

    Die Vorstellung unserer neuen Gescher-AG, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Partnerschaft mit der Har VaGai-Schule weiterzuentwickeln, stieß dabei auf das besondere Interesse der Abordnung um Chairman Giora Salz. Außerdem interessierten sich unsere Gäste für die Situation an unserer Schule angesichts der Pandemie und schließlich ging es eben auch darum, wann und wie der Schüleraustausch wiederaufgenommen werden kann – sofsof.

    Die Delegation am RBG: von unserer Schule nahmen die komm. Schulleiterin Silke Scholz und das Lehrerteam für den Austausch, Erik Bohnenstingl, Ulrike Kemner und Eberhard Kleinmann teil